Schuss ins Knie

Ich wohne seit über 9 Jahren in der gleichen Wohnung in Berlin und habe zum ersten Mal eine Mieterhöhung bekommen.
Auf Nachfrage warum, erklärte die Vermieterin, dass sie seit Anfang 2019 den nachfolgenden Mietern meine Miete mitteilen müsse und gegebenenfalls eine Mieterhöhung beim Mieterwechsel rechtfertigen müsse. Daher sei es wirtschaftlich nicht zu verantworten, meine Miete unverändert zu belassen. Die Erhöhung für die nächstmögliche Periode hat sie gleich mündlich mit angekündigt. Ja, ich zahle jetzt ~400€ für 45m² warm. Das mag für viele lächerlich wenig sein. Aber alte Mietverträge waren bisher auch ein Bestandsschutz der effektiv gegen Gentrifizierung geholfen hat. Das ist jetzt wohl vorbei.
Es ist erstaunlich wie umfassend komplex Gesetze und ihre Auswirkungen sein können. Was immer man anfasst kann nur scheitern, solange es einer Marktlogik unterworfen ist und auf Gemeinwohl ausgerichtet sein soll.

Passiver Diss

ein Gedanke unter der Dusche: “Wer langanhaltend nach Macht strebt, hat sich lange nicht erfolgreich in einem Wertesystem reflektiert, weiches ich zum heutigen Stand als nachhaltig gesellschaftsbildend einordnen würde.”

Flut und Ebbe

Seit mehreren Jahren finde ich diese zyklischen Feiertage albern. Silvester, Geburtstag, Ostern, Weihnachten. Das ist mir schon ziemlich willkürlich und irgendwie nicht so wichtig.
Aber ich erkenne auch an, dass sie einen gewissen Anteil an der Gesellschaftsbildung haben. Also an einer Form des gesellschaftlichen Zusammenhalts, der aus gemeinsam gelebten Bräuchen entsteht.
In mir reifte der Entschluss diese gemeinsamen Feiern mit einer eigenen Bedeutung anzureichern, damit es mir leichter fällt mich daran anzugliedern.

So habe ich letztes Jahr ein Jahres-Motto für mich ausgerufen. Im weitesten Sinne lautete es “don’t eat shit”. Also im Sinne von “sich nicht alles gefallen lassen” oder “aktiv zurück schlagen, nicht nur wegducken”.
Im Nachhinein betrachtet war das eine gute Ansage. Im Rahmen meiner Möglichkeiten hat sie ausreichend viel bewirkt und mich auf einem guten Pfad gehalten. Aber es war anstrengend permanent mit einer kurzen Zündschnur bereit zu sein um zu explodieren. Vieles ist liegen geblieben. Ich bin deutlich überanstrengt aus dem Jahr gegangen.

Dieses Jahr werde ich daher unter anderem Vorzeichen angehen.
Mir schwirren gerade drei Begriffe im Kopf herum, die sich als Jahres-Motto etablieren wollen.
Resignation.
Introspektive.
Fokussierung.

Noch sind die Teil einer etwas größeren Wortwolke, aber ich glaube, diese drei Begriffe umreißen mein Jahresmotto vorerst ganz gut.

Mal schauen was da kommt.

Sir Captain Picard

Patrick Stewart will “sein Lebenswerk” als Captain Picard schützen. Ich bin selbst mit TNG aufgewachsen und empfinde das als einen sehr weisen Zug. Discovery ist hübsche Sci-Fi aber kein Star Trek.
Gerade Picard verkörpert den Wert von Bildung wie kein Zweiter und ist einer der letzten Eckpfeiler eines großen Geschichten-Universums der noch nicht von moderner Marktlogik kaputt-recycelt und korrumpiert wurde. Wenn der Schauspieler den Wert seiner Figur selbst erkennt und langfristig sichern möchte, ist das für mich ein positives Zeichen.

Im Zusammenhang damit fällt mir sein Beitrag zur “ice bucket challenge” ein – er sitzt in seiner Bibliothek am Tisch, hat einen großen Sektkühler neben sich stehen und unterschreibt nach einem kurzen Lächeln in die Kamera einen Spendenscheck.

(via https://de.ign.com/m/star-trek/132110/news/patrick-stewart)

Frage zur Agilität

eine Eisbrecherfrage während der Vorlesung:
“macht jemand bei ihnen agile entwicklung?”
“ick wär’ froh, wenn wir uns überhaupt bewegen würden.”

das eis war gebrochen.