seit streetart als kunst anerkannt ist und unter anderem werke von banksy zu horrenden preisen an sammler verscheuert werden, die die kunst des öffentlichen raums in privaten galerien einschließen, konservieren und verbunkern gibt es eine weitläufig geführte debatte in wie weit man besitz an streetart behaupten kann um einen verkauf zu legitimieren. ist es noch kunst, wenn es nicht mehr an der wand ist? ist es noch kunst wenn sie nicht mehr vergänglich ist? ist es noch dieselbe kunst wenn sie nicht mehr öffentlich ist? ist das umfeld nicht definierend für die eigentliche aussage des werkes? (in england sind vereinzelt wände vor grafitti geschützt und per video überwacht worden um sie vor diebstahl zu schützen nachdem sich banksy vermeintlich an ihnen betätigt hat – banksy ist immer noch anonym, man geht mehr und mehr von einem kollektiv mit einheitlichem auftreten aus)
ein bei weitem nicht hinreichend geklärtes problem zwischen denen die sich dem kommerz entziehen wollten und denen die für geld ihre seele verkaufen.
soviel zur einleitung. folgendes ereignete sich heute:
vatti sitzt mit mutti und tochter in der ubahn. vatti liest nachrichten im fernsehen. es gibt einen artikel über einen künstler der diese woche jeden tag ein kunstwerk verstecken wird. die werke haben laut nachrichten einen wert von bis zu 10.000 euro.
vatti ist beeindruckt und erzählt mutti davon.
sie ist ganz besorgt und fragt: “und was wenn die nicht gefunden werden?”
ich musste so offensichtlich und anhaltend darüber lachen, dass es den beiden schon fast peinlich war. da wir aber an der gleichen haltestelle ausgestiegen sind, habe ich noch gelegenheit gehabt ihnen meine freude zu erklären.
unwissenheit macht so vieles magisch.