als ich heute aus der s-bahn am brandenburger tor ausgestiegen bin, kamen mir kleine weiße flusen entgegen geflogen. erst dachte ich es wären pollen – immerhin heißt die straße “unter den linden”. aber irgendwie ist es noch zu früh für pollen.
als ich mich dann meinem ziel, dem brandenburger tor, näherte musste ich sehr grinsen. ich war gerade auf dem weg zur groß angelegten kissenschlacht – über 13.000 leute hatten der einladung zugesagt. und man hat tatsächlich kissen geschlachtet. der pariser platz am brandenburger tor, direkt vor dem hotel adlon, war knöchelhoch mit federn aufgerissener kissen bedeckt, während sich eine schwer zu schätzende anzahl von leuten mit noch intakten kissen balgte. es war eine lustige ausgelassene meute die sich da auf seltsam kindliche weise in einer wolke aus wirbelnden federn vergnügte.
mein mitgebrachtes sofakissen habe ich nicht ausgepackt, weil es zu schwer und unentbehrlich war. spaß hatte ich trotzdem.
bei dem darauf folgenden spaziergang bin ich zwar wiedermal in die “antiquariats-falle” getappt, aber das klingt auch nur schlecht. in wirklichkeit war es ein anhaltend beglückender faszinationskauf alter bücher vor der humboldt-uni. bücher die nur ich in genau dieser kombination toll finden kann: “künstliche intelligenz – philosophische probleme” “überwachen und strafen” von focault, “schwarze rhetorik” von irgend einem schlipsträger, “die massenpsychologie des dritten reiches” von wilhelm reich und zu guter letzt “lust und last des wissenschaftlichen schreibens – hochschullehrer geben studierenden tips”.
weil ich gerade in schlenderlaune und sowie fast am alex war bin ich dann noch zu dolores gegangen und habe mir einen der leckeren burritos gegönnt.
irgendwo auf dem weg dorthin habe ich dann noch eine tolle idee zur degentrifizierung gefunden: das aufhängen von warnschildern die auf ausgelegte giftköder zur ungezieferbekämpfung hinweisen – inclusive handlungsanweisungen wie bei intoxikation zu verfahren sei.
ein ungewöhnlich schöner sonntag mit viel frischer luft.
Meine Lieblings-Spaziergeh-Strecke in Berlin – vom Brandenburger Tor zum Alex. Das muss ein wirklich schöner Sonntag gewesen sein! Und du konntest dem Trödelmarkt an der Museumsinsel widerstehen?! – naja, du hattest dich ja offensichtlich schon mit Antiquitäten eingedeckt. :-)
Und ja: es scheint doch der Burritoladen zu sein, den Conny uns einst gezeigt hat. Kommt mir anhand der Bilder jetzt sehr bekannt vor.
hm. naja. bei der kissenschlacht bin ich etwa viertel sechs weg. ich war dann kurz vor sechs an dem bücherstand und habe gerade noch den schließenden trödelmarkt mitbekommen und mich an früher zurückerinnert. aber gekauft hätte ich dort wohl nichts. einerseits weil ich mein restliches bargeld in bücher investiert habe, aber auch weil mir gleich der erste zusammenpackende händler kartenzahlung angeboten hat.