sexual marketing.

im unterricht haben wir gerade ein neues thema begonnen: marketing.
eingeleitet hat die routinierte lehrerin das mit dem ausschnitt aus asteriix und obelix in dem cäsar versucht die gallier mit dem exzessiven ankauf von hinkelsteinen zu befrieden. jetzt sitzt er auf leeren schatztruhen und einem riesigen haufen unnützer steine. ein berater rät ihm darauf hin marketing zu betreiben um den römischen bürgern den nutzlosen krempel schmackhaft zu machen.

die essenz des ganzen: marketing ist die kunst nutzlosen tand begehrenswert zu machen. koste es was es wolle. also kosten nicht in geld – eher in würde.

manchmal frage ich mich ob wirklich jeder winkel unserer gesellschaft so von rücksichtsloser raffgier überformt sein muss, dass noch nichtmal mehr die lehrende elite diese offensichtliche parodie eines kindercomics als mahnendes beispiel erkennt. *hihi, ist doch ironisch gemeint*

in diesem zusammenhang, dass man sachen auf teufel komm raus attraktiv machen will, und dass möpse sich immer gut verkaufen – also schöne frauen mehr und mehr zusammenhanglos benutzt werden um ein bedürfnis zu wecken – ist mir die frage aufgegangen, wieso es in den letzten jahren einen solch eklatant ansteigende akzeptanz von gleichgeschlechtlicher liebe unter frauen gibt. korrelativ zur zunahme selbiger.
okay. die formulierung einer solchen frage implementiert meist auch gleich eine antwort: frauen werden benutzt um bedürfnisse zu wecken, während der markt der offerten sich fast ausschliesslich an männer richtet, beziehungsweise sich an dem bild der schönen begehrenswerten frau bedient. für frauen wird nur werbung mit sich selbst gemacht. ihnen bleibt mangels anderer vorbilder nur das ergötzen in den figuren die ihnen vorgeführt werden – und das sind sie selbst.

brauchen wir mehr nackte männer?
vielleicht.
ich tendiere allerdings eher dazu, dass wir mehr produkte brauchen, die sich auch ohne stimulation unserer niederen animalischen instinkte gut verkaufen lassen sollten.

(anmerkung an mein inneres opfer-ich: bei slams mehr neben hübschen frauen sitzen. das stimuliert die muse.)

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4 Replies to “sexual marketing.”

  1. …das Thema Sex in der Werbung ist ein Interessantes. Lese gerade ein dazu passendes Buch – es handelt zwar nicht von obigem Thema, aber es schweift auch dahingehend ab.

    Die Sexualität in der Öffentlichkeit, jenes nachmodellierte Schönheitsideal von fast ausschließlich 20jährigen Traumfrauen in den Medien scheint unsere Gesellschaft dahingehend zu beeinflussen, dass viele gar nicht mehr nach wahrer Schönheit suchen, sondern sich auf Äußerlichkeiten beschränken. Die nächste schöne Theorie dahingehend ist, dass anscheinend den Drang nach Sexualität zurückgeht, obwohl jede Frau versucht mit ihren Reizen um sich zu werfen, auch in der Öffentlichkeit. Man verstehe mich nicht falsch – es äußerst sich nicht in frivolen, öffentlichen Exessen, sondern auf die subtile Art. Menschen wollen zunehmend das Gefühl empfiden begehrt zu werden, schön zu sein – überall und immer. Dies scheint dazu zuführen, nachdem der Sex von der Liebe getrennt wurde, dass nun auch Begierde vom Sex gelöst wird – sprich jeder will von jedem geil gefunden werden, aber nicht mit der Absicht auch folgedessen von jedem gef***t zu werden.

    Schöne Zukunft, ein Haufen heiße, asexuelle Menschen, die irgendwann vergessen haben, warum sie machen, was sie machen – aber ich glaube diesen Zustand haben wir schon in vielen anderen Bereichen des Lebens erreicht…

  2. … deine worte erinnern mich gerade auch stark an die beschreibung von sex bei schöne neue welt.
    die haben auch nur gevögelt, weil es spaß gemacht hat. nicht zur fortpflanzung, nicht zur paarbildung. nur weil es spaß gemacht hat.

  3. …und wäre so eine Gesellschaft gut? Ich bin mir da unschlüssig, ob ich hinein passen würde – also in die Gesellschaft.

  4. ob so eine gesellschaft gut wäre ist eben die frage … irgendjemand hat mal mit erschrecken fest gestellt, dass viele “junge leute” diese determinierte gesellschaft gar nicht so übel gefunden hätten.

    eben weil man nicht ganz so viele entscheidungsmöglichkeiten hat, ist es eben auch leichter sich selbst in der gesellschaft zu verorten. seinen platz zu finden. nicht immer kämpfen zu müssen ganz oben in der nahrungskette zu stehen.

    freiheit durch einschränkung der wahlmöglichkeiten. wer war das gleich? sartre?

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