die bei der financial times deutschland über die notwendigkeit der sicherstellung der energieversorgung versus den damit verbundenen risiken für die umwelt einher gehen regt bei mir leichter brechreiz.
wann kommt eigentlich jemand auf die wahnwitzige idee die erdkruste anzubohren und daraus energie zu gewinnen? vulkane, tektonische instabilität. ob auch dann eine diskussion geführt wird wer den ganzen schlamassel im havariefall bezahlt? so wie gerade BP damit protzt schon über 760 millionen dollar papiergeld in das abdichten ihres bohrloches investiert hat und die republikaner im amerikanischen senat darauf pochen dass die konzernhaftung auf 75 millionen beschränkt sei. diese leute bereichern sich an globalen und begrenzten rohstoffen, verkaufen sie an uns und lassen das risiko ebenso durch die leute bezahlen denen man vorher die rohstoffe verkauft hat. ist da nur etwas mit meiner wahrnehmung verkehrt oder läuft da ganz grob ein kontrollmechanismus aus dem ruder?
im ernstfall macht bp einfach pleite und lässt das öl laufen. wer bezahlts? alle. entweder mit geld oder – wahrscheinlicher – mit verseuchtem lebensraum und vergifteten nahrungsmitteln.
eine weitere frage drängt sich auf: wie gebietet man dem treiben dieser multinationalen konzerne einhalt? bp pleite? es wird nur von jemandem gekauft der damit noch mehr assets akkumuliert.
woah, ich kann gar nicht so viel fressen wie ich gerade kotzen will.
und es hört nicht auf. vor einundreißig jahren gab es den gleichen scheiß schonmal. man hat absolut nichts gelernt. man versucht wieder die gleichen uneffektiven methoden. überstülpen einer kuppel, “auflösen” mittels unmengen hochgiftiger chemie. und gleichzeitig die selben versagenden sicherheitsmechanismen: keine vorsorgliche entlastungsbohrung, kaputter blowout preventer.
waaaah! alle an die wand!
nachdem sie die scheiße weg gemacht haben.
Tja, was soll man sagen. Ich für meinen Teil bin fassungslos, auch über die nicht absehbaren Konsequenzen – aber das Treiben der Welt und auch der eigene, nicht aufzuhaltende Lebenszyklus, geben einem, sofern man sich nicht immer wieder nach dem neusten Stand erkundigt, das Gefühl, dass die Sache belanglos ist, weil anderes im eigenen Leben vorrangig ist.
Wenn ich mir dann aber wieder die Dinge vor die Augen halte, kann man nur Kopf schütteln. Schon mal an den Golfstrom gedacht…
…die Wärmestandleitung Europas entspringt in der Karibik. Das Öl braucht nur einzusteigen und wird einmal durch den Atlantik getragen – for free. Ein Tropfen Öl verseucht 5 Liter Wasser hat man in der Schule gepredigt. Kann mir einer hochrechnen, wieviel Wasser noch nicht verschmutzt ist?!?
Letzten kann ein interessanter Talk bei Markus Lanz. Anwesend war auch Wolfgang Grupp – erfolgreicher, deutscher Manager von Trigema – und es ging um Steuer, Griechenland und verschuldete Unternehmen. Grupp, der nach Eigenaussage mit seinem gesamten Vermögen für seinen Betrieb haftet, führte unentwegt an, dass er nicht verstehen könnte, wie Manager am Markt pokern mit Geschäftsübernahmen für die sie ihr Unternehmen per Kredit verschulden, das ganze, weil undurchdacht, in den Sand setzen und dafür auch noch eine Millionenabfindung erhalten. Den Scherbenhaufen zahlt dann der Staat.
Die Wirtschaft ist zunehmend entartet in meinen Augen. Es hat keine Konsequenzen für die Unternehmen, wenn sie Mist bauen und vor allem nicht für die Geschäftsführung. Ein Familienbetrieb, ein überschaubares Unternehmen geht sinnvollere Wege, aber diese aufgeblähten Wirtschaftsmonster – wie sie auch unser leider designierter Bundespräsident nannte – fressen die Welt, stuhlen auf sie und machen danach nicht einmal klar Schiff.
Ich schließe mich deinem Kotzen an…