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am samstag war ich – nach der arbeit – auf einer veranstaltung, die in der gegend hier “elektroparty” genannt wird. elektronische musik wird in hoher lautstärke in alten industriegebäuden gespielt.
der elektronischen musik bin ich ja nun nicht abgeneigt. und bedarf an ablenkung hatte ich auch. auf dem programm stand “marco remus vs. moonbootica”. zwischen den zeilen stand also “lokal deejay als anheizer für moonbootica”. das ist nicht schlimm. die musik war klasse, nachdem ich den richtigen floor gefunden hatte.
ja. es gab wie üblich zwei tanzflächen. einer der mit nebelmaschine, strobos und schneller harter musik die massen anpeitschte, und einen etwas größeren floor wo die turntables gut sichtbar in der mitte zwischen umherwandernden spotlights platziert waren.
zweiterer war der ort für das trendbewusste partypublikum. wer mich kennt, wird das jetzt für abwertend halten. das st es aber nicht. die musik war weniger hart. weniger treibend. aber dafür von besserer qualität. die tracks waren kurz. aber hörbar mit liebe hingabe gemacht. stilistisch eigenständig und mit guten übergängen, sodaß man nicht aus dem tanzrhythmus rauskam. oder anders: gut in fahrt blieb.
das mit dem tanzen fällt mir immernoch schwer. aber inzwischen weniger weil ich meine umgebung immer im sinn habe, sondern mehr weil der eingeschränkt nutzbare bewegungsapparat mich an bewegungen hindert, die mir gerade in den sinn kommen. außerdem ist elektronische musik – insbesondere das “minimal/electro” von dem ich hier spreche – zu schnell um mit dem ganzen körper den empfundenen rhythmen zu entsprechen.
obwohl das genre “minimal” heißt, handelt es sich um überaus komplexe musik. und während andere unter tanzen ein profanes “mit dem kopf nicken” oder “hintern wackeln” verstehen, komme ich auf der tanzfläche nicht umhin das gehörte zu interpretieren. ich sehe vektoren vor meinem geistigen auge, die ich in bewegungen meiner linken hand umsetze um sie zu visualisieren.
es kommt mir selbst manachmal etwas befremdlich vor, aber ich kann diese interpretationen der musik wirklich nur mit der linken hand darstellen. der rechte arm hat absolut keine ambitionen sich sinnvoll zu bewegen. das ist bestimmt ein resultat inkompatibler kommunikation der beiden hirnhemisphären.

was ich für komisches zeug rede? keine ahnung. für mich ist ein wummernder floor im moment die beste möglichkeit um einen klaren kopf zu bekommen und über etwas sinnvolles nachzudenken, während ich meinen körper an die grenze seiner ausdauer peitsche.

am achten zwölften ist sven väth – oh wie die luft brennen wird. ich freu mich drauf.