ich lese gerade einen bericht über die massendemonstrationen in spanien und frage mich – etwas abseits vom thema – warum bisher noch niemandem aufgefallen ist, was da für forderungen an die hilfskredite geknüpft sind: sparmaßnahmen. okay. längere arbeitszeiten … hm.
aber der kracher ist “privatisierung von staatseigentum”.
klingt nicht schlimm, aber lasst euch das nochmal auf der zunge zergehen: die europäische union verlangt von ihren mitgliedsstaaten, ihre infrastruktur zu verkaufen. einmalige gewinne zu machen um eine defizitäre bilanz aufzubessern.
erinnert ihr euch daran, wie man das mal in deutschland genannt und gebranntmarkt hat? “tafelsilber verschachern” nannte man das bei uns und hat nach einigen erfahrungen damit ganz schnell aufgehört so einen unsinn zu machen. ist die post besser geworden? die telekom? die deutsche bahn? ich denke hierbei nicht vorrangig an die endkundenpreise, sondern auch an die arbeitsbedingungen der leute dort arbeiten und die zukunftssicherheit der getätigten investitionen. die telekom lagert massenhaft call-center an billiglohn-dienstleister aus. die post schließt reihenweise postämter und belastet ihre kunden am überfüllten schalter mit werbung für ihre bank. und die bahn … da erübrigt sich jeder weitere kommentar mit dem verweis auf die winterfahrpläne, berliner s-bahn und ICE-ausfälle. profitorientierung ist eine sackgasse, die in der zukunft endet. wenn ihr am ende der strasse steht, dreht mal auf dem zeitstrahl.
was passiert denn wenn die griechen, iren, portugiesen und bald auch spanier und italiener die staatsbetriebe verkaufen? wer kauft das? die großen multinationalen, globalisierten konzerne kaufen diese halbwegs soliden betriebe. das sind die heuschrecken, die ihre aktienkurse damit steigern indem sie leute entlassen. das sind die, die auf arbeitsschutz pfeifen und überstunden nicht bezahlen. das sind die, die keine betriebsräte und gewerkschaften zulassen indem sie sich klein-zergliedern. das sind die, die mit verworrenen konstrukten verhindern abgaben zu zahlen indem sie über holdings in steueroasen gewinne im kreis schicken. und letztlich sind das die wichser, die beim scheitern ihrer geschäfte zum staat rennen und nochmal fördergelder beantragen, weil sie systemrelevant sind.
wenn man sich jetzt anschaut, mit wem die chefs der EZB golfen gehen wird man die gleichen heuschrecken sehen die den krempel dann kaufen werden.
da gibts nur einen typus mensch der draufzahlt. das ist der gleiche der gerade in griechenland und spanien auf die strassen geht.
ihr mächtigen da oben: ihr habt das volk noch nicht genug verblödet. wir sehen was ihr tut. und wir verstehen was ihr tut. und es passt uns nicht.
(der hashtag ist eine referenz auf einen klassiker von monty python)