gerade in der s-bahn:
ich steige ein – es sind nur etwa ein drittel aller sitzplätze belegt – und nehme mir einen freien sitzplatz in einer komplett leeren vierergruppe. in der vierergruppe am gegenüberliegenden fenster sitzt ein älteres päarchen nebeneinander. ich schaue mich kurz um und beginne zu dösen.
nach etwa fünf sekunden springt der am gang sitzende herr auf und schreit mich an: “saukerl! einen anderen platz hast du nicht gefunden?” nimmt seine frau an die hand und geht einen halben wagen weiter um sich dort einen anderen sitzplatz zu suchen.
man sah mich sehr sehr selten so verdutzt wie in diesem moment. die fragenden blicke der anderen fahrgäste konnte ich nur mit kopfschütteln und schultzerzucken beantworten.
während der fahrt nochmal auf den vorfall angesprochen, hatte ich mich aber schonwieder gefangen und erwiderte “er hat bestimmt etwas mit den negern missverstanden. ich bin doch gar nicht schwarz.” – irritiert blickte an mir herab und wurde meiner kleidung gewahr: schwarzes hemd, schwarze hose, schwarze schuhe … eigentor … grinsen.
in einer gleichgültigen welt ist jedes feedback ein gutes.
im nachhinein gesehen, ging es runter wie öl.