seasoned flavour

ich bin gestern auf einkaufstour gewesen. mein kakao war alle. lustigerweise musste ich erfolglos vier discounter abklappern. nirgendwo gab es kakao. also nicht das kakaohaltige getränkepulver, sondern richtigen kakao. im lidl gab man mir die viel sagende auskunft kakao sei saisonware und daher nur in der backzeit – also im winter – erhältlich.

an der stelle an der der kakao eigentlich zu finden war, standen dann verzehrfertige produkte der nahrungsmittelindustrie. kleine einweg einzelportionen von abgepacktem espresso in aluminiumkapseln. als ich mich umdrehte sind mir im regal gegenüber zum ersten mal die fertig-eierkuchen in der flasche aufgefallen: mit milch auffüllen, schütteln, braten, fertig.

stellt sich so die industrie auf die zunehmend verdummte bevölkerung ein? man weiß noch, dass es bei muttern sowas wie eierkuchen gab. aber das wissen wie diese herzustellen seien, wird gemeinhin als verloren betrachtet. der nostalgie wegen bringt man dann ein produkt auf den markt, wo man eierkuchen draufschreibt und ein magisches pulver einfüllt, das sich unter zusatz von milch in eierkuchen verwandelt.

pessimistischer schlusssatz: wann fangen wir an unsere felder mit brause zu düngen, weil da elektrolyte drin sind?

optimistische alternative: ich habe mir dann eine packung mehl, eine packung eier und ein glas apfelmus gekauft (milch habe ich immer zuhause). zum abendbrot gab es dann leckere eierkuchen. je einfacher die umgebung wird, um so niedriger ist die schwelle zum reverse engineering.
hackern gehört die zukunft. bleibt zu hoffen, dass nicht ganz so viele den versuchungen zu erliegen sich zu sedieren.