bewegung.

ich habe gerade bei fefe und im lawblog gelesen, dass wikileaks einige dokumente zur loveparade veröffentlicht hat.

gegen die veröffentlichung der kriegsdokumente, wird ja von allen seiten mobil gemacht – wie hilflos diese argumente auch sein mögen. sogar für die klassiker der schmutzigen geheimdiensttricks ist man sich inzwischen nicht mehr zu schade, auch wenn man sie schnell wieder fallen lässt und unter den tisch zu kehren versucht. fefes meinung ist diesbezüglich wenig hinzuzufügen.

bei der veröffentlichung der protokolle und unterlagen zur loveparade ist das herbeireden dieser moralischen fallhöhe, von wegen gefährdung unserer interessen soldaten, nicht so einfach möglich. es ist zu offensichtlich, dass da leute geschludert haben. dieser konsens ist in den medien auch nicht wegzureden, nachdem man gemeinsam und symbolisch getrauert hat.

ich sehe in dieser ganzen sache mit wikileaks auch einen der gründe weshalb die fdp derzeit so krass an boden verliert. die haben der piratenpartei damals das “thema internet” geklaut. die haben sich das zu eigen gemacht. ich kenne einige leute die kurz vor der wahl nochmal umgekippt sind, “piratenpartei? das ist doch ne verschwendete stimme. da wähle ich lieber die fdp die haben das gleiche im programm stehen“. jetzt sehen die leute was die fdp für böhmische dörfer da hingebaut hat und mimen enttäuschung.

ich halte das für eine gute sache und sehe darin auch einen guten anfang für weitere transparenz- und korruptionsbekämpfungsdebatten.

je mehr wikileaks in den köpfen der menschen verankert ist, um so mehr sinkt die hemmschwelle einer kleinen sekretärin die dreckigen akten des chefs zu kopieren. um sie der öffentlichkeit zugänglich zu machen.  die geheimniskrämerei, die um die geschäfte der politik gemacht wird, ist nicht förderlich für unsere gesellschaft. wir müssen wissen was unsere vertreter tun. wissen wir das nicht, können wir sie nicht abwählen, wenn sie mist bauen.
und sie bauen seit jahren mist.
das kommt jeden tag mehr ans licht.

neulich verhöhnte mal jemand so eine pseudo-umfrage laut der fast neunzig prozent der deutschen eine neue wirtschaftsordnung wollen würden. entwicklungen wie wikileaks sind erste anzeichen für organisierten widerstand. wir verstecken unsere widerstandkämpfer schon wieder. vielleicht nicht in schränken, wohl aber in weit verbreiteter sympathie: wikileaks finanziert sich über spenden. julian assange ist ständig auf reisen, ohne festen wohnsitz – um sich einer verdeckten deportation zu entziehen. er haust sicherlich nicht in den besten hotels, wohl aber unter freunden.

nachrichtentechnisch war das ausnahmsweise mal ein guter tag.

set sails!