vor ein paar tagen – am 26.01 – bekam ich unerwartet post. nachdem der äußere versandschutz entfernt war, präsentierte sich mir eine sehr weihnachtliche geschenkverpackung in einer haptik die ein inneliegendes buch versprach. etwas irritiert schaute ich auf den absender. der ege. ach ja stimmt. er hatte vor ein paar wochen nach meiner adresse gefragt. ein nachträglich zugestelltes weihnachtsgeschenk also. schade, dass ich es ihm zu den feiertagen nicht gleich getan habe. oder es konnte – denn ich muss eingestehen keine ideen das jahr über festgehalten zu haben die als geschenk für den besten freund in frage kämen. aber ich beklage mich nicht und lerne.
aber es gibt wie immer auch ideen und beobachtungen in der metaebene: dreißig tage nach einem ereignis zu dem man sich traditionell beschenkt freut man sich mehr über geschenke. das glas der neuen besitztümer ist nicht mehr so überfüllt und auch das bedürfnis nach überraschung wird positiv stimuliert. kurz – man freut sich mehr über ein unerwartetes geschenk. ich habe mich sehr gefreut.
diese aktuelle beobachtung deckt sich mit ähnlichen erinnerungen aus einer etwas angestaubten ecke des gesprächs-konsens-archives. “man muss sich nicht wie unter zwang zu irgendwelchen anlässen etwas schenken. wenn man etwas schenkenswürdiges entdeckt,lässt man es dem anderen zu kommen.” “man möchte ja auch etwas bedeutungsvolles schenken, nicht zwanghaft irgendwelchen tand.”
aber es gibt neben der verspätung noch mehr assoziationen zur dreißig. denn in etwa dreißig tagen vollende ich auch mein dreißigstes lebensjahr. eine grenze vor der ich – wie beim zwanzigsten – nicht unerheblichen respekt habe. es ist doch spürbar, dass wir älter werden. während man von reife inzwischen kaum noch sprechen kann, scheinen lebenserfahrung und erste ansätze von weisheit sich zu zeigen.
und so beginnt man eben auch die keime des eigenen fundaments zu erkennen und gefühlvoll weiterzugeben. im falle meiner büchersendung war es das buch “jugend ohne gott”. ein titel der mich ohne assoziationskette an das geistige band mit meinem besten freund erinnerte.