ich war gestern ein paar getränke einkaufen. während ich so durch den discounter schlendere kommt mir der einfall, dass ich ja am abend was kochen könnte.
was einfaches. mit nudeln. und was mit fleisch. mit gehacktem. etwas das ich kann. chili con carne. und was leckeres. mit käse überbacken.
super. dann kann ich auch gleich meinen backofen einweihen.
nudeln, paprika und zwiebeln habe ich noch zuhause. also kaufe ich passierte tomaten, käse, rinderhackfleisch und einen beutel gewürzmischung für chili con carne.
beim auspacken und planen stelle ich zuhause fest, dass ich gar keinen knoblauch und nichts scharfes da habe und husche nochmal fix rüber zum afro-shop.
ja. und dann gehts los. kochen. gemüse schneiden. hack in die pfanne. salz ran. knoblauch und öl drauf. mischen. ich wundere mich was so komisch riecht, nehme dann schnell den wasserkocher von der herdplatte und schalte die richtige an.
ich erinnere mich, dass die kräuter frühzeitig an das hack müssen, damit sie etwas von ihrem geschmack abgeben und weich werden. hm. aber welche kräuter sollten an sowas ran? ich habe die tolle idee einfach auf die inhaltsstoffe der gewürzmischung zu schauen. also packe ich etwa einen EL kümmel, thymian und oregano in das bratende hack. ach ja, und die chilissauce. so. rühren. das vorsichtige kosten nach einigen minuten lässt erahnen, dass es gut wird. ich packe die zwiebeln hinein und drehe die temperatur nochmal etwas hoch. nach etwas fünf minuten die paprika und kurz darauf die tomaten. es zeichnet sich ab, dass dieser brei in ein paar minuten die richtige konsistenz für einen nudelauflauf bekommen wird. ich setze heißes wasser für die nudeln auf – geht schneller mit dem wasserkocher, der glücklicherweise nicht gänzlich vernichtet sondern nur am boden etwas uneben geworden ist und jetzt kippelt.
gleichzeitig heize ich noch den backofen vor – ich will ihn präventiv durcherhitzen bevor ich erstmalig etwas essbares reinstelle. die leichte nebelbildung in der röhre bestätigt meine vorgehensweise.
was dann folgt ist klar. auflaufform. nudeln. soße. käse. und während des überbackens das essen was nicht mehr in die aufflaufform gepasst hat.
während des essens finde ich es schade, dass jakob nicht da ist und fasse den entschluss sein weihnachtsgeschenk zu verwerfen und stattdessen etwas anderes zu kaufen. jetzt gibt es keinen ubstick mit comicbildern zum weiterverarbeiten mehr, sondern eine gute abgeangene salami und ein großes stück schinken.
eine viertelstunde später bin ich sehr befriedigt vom guten essen und beginne etwas aufzuräumen. ofen abschalten. töpfe, teller und pfannen abwaschen. mir fällt auf, dass ich ganz vergessen habe die gewürzmischung mit an die soße zu machen und freue mich darüber, dass ich chili reverse engineered habe.
aber ob das zufall war, nachdem ich am nachmittag den podcast von chaosradio express basteln im 21. jahrhundert gehört habe? war sehr interessant anzuhören. neben der wiederforcierung von reverse enineering gab es auch von aktuellen entwicklungen des rapid prototyping bis hin zur idee der redemokratisierung von produktionswissens zu hören.