ich habe wiedermal post bekommen.
wieder von mamma.
diesmal eine “wackelkarte” mit nemo. aber ohne tiefgründigen ausführungen über mutter-sohn beziehungen. hat mich trotzdem gefreut.
ich bekomme gerne post. auch von mamma.
danke.
.. aus der lametta-ebene.
Menschen in meinem näheren Umfeld. Menschen die mir nahe stehen.
ich habe wiedermal post bekommen.
wieder von mamma.
diesmal eine “wackelkarte” mit nemo. aber ohne tiefgründigen ausführungen über mutter-sohn beziehungen. hat mich trotzdem gefreut.
ich bekomme gerne post. auch von mamma.
danke.
ich habe mich gestern abend mit ellen verworfen. also nicht gestritten. sowas machen wir nicht.
nein, ich habe im gespräch mit ihr eingesehen, daß der versuch ein wieder-aufleben unserer beziehung anzugehen definitiv scheitern würde. es war ein ernstes gespräch. lange texte. sachlich, aber hilflos.
kurzzeitig hatte ich das gefühl, daß wir wieder zu einander finden. aber das war nur ein kurzer hoffnungsschimmer.
insgesamt habe ich ellen zu lange vernachlässigt, sodaß der focus wieder auf andere dinge fiel.
WoW ist schuld.
nein. ich bin schuld. mein hang zu obsession und exzess.
dieser verlust ist ein seltsames gefühl. als wäre jemand gestorben.
plötzlich ist diese dumpfe betäubung weg. das gefühl, als würde etwas schlimmes bevorstehen. ein bisschen erleichtend ist es – möglichkeiten tun sich auf.
trotzdem tut es weh.
ich bin kein charakter für langzeitglück. manchmal, glaube ich, brauche ich den schmerz.
ich spüre schon wieder den antrieb, den ich bekomme.
ich weiß ich werde schreiben.
und etwas schaffen.
rastlos sein.
ich war am freitag auf dem Tanz&Folk Fest in rudolstadt.
hauptsächlich weil ich erfahren habe, daß eläkeläiset spielt – die finnische punkband schlechthin. naja, zumindest die einzige die ich kenne. eigentlich ist es ja auch kein punk im engeren sinne. sie spielen gecoverte songs aus der internationalen hitparade. mit finnischen texten. und als polka. herrlich schräg.
eher durch zufall bemerkte ich, daß marianne faithful auf der gleichen bühne eine stunde später spielte. angestachelt durch ihren wirklich wunderbaren song “who will take my dreams away”, der mich auf endlos melancholische weise an den film “die frau auf der brücke” erinnert, wollte ich mir dieses konzert auch nicht entgehen lassen.
eläkeläiset war klasse. mit der kleinen einschränkung, daß ich 10 minuten zu spät kam, und daß die band “nur” 75 minuten gespielt hat. von denen kann ich kaum genug bekommen.
marianne faithful hingegen fand ich sehr überbewertet. eine dicke alte frau mit rauher stimme, die sich während des konzertes scheinbar mehr auf ihre frisur als auf ihren gesang konzentriert. es gab kein lied, in dem sich nicht mindestens einmal ihr pony zurechgerückt hat. außerdem mochte sie es in meinen augen zu sehr zu betonen, daß fast alle bedeutenden rock-&pop musiker der neuzeit songs für sie geschrieben haben. der höhepunkt dieser egomanie war die ankündigung “the next song was written by nick cave and me. he did the verses and i made the refrain.” viele berühmte menschen zu kennen, macht einen nicht automatisch selbst zu einem. finde ich.
egal.
der rest des tanzfestes war auch nett. lecker fressereien an jeder ecke. hier und da noch eine kleine lustige band. besonders ermunternd fand ich aber die leute.
vor einigen jahren traf ich die entscheidung nicht mehr hinzugehen, weil mir das publikum zu abgehoben erschien. der intention des festivals nicht mehr angemessen. diesmal war ich angenehm überrascht. klar, prinzipiell waren es hippies. aber ich habe diesen menschenschlag vermisst. leute die es nicht nötig haben, ihre statussymbole offen zur schau zu stellen. menschen, die einfach nur gerne menschen sein wollen und während sie etwas gepflegt feiern wollen, ihren musikalischen horizont erweitern wollen. sehr vermisst habe ich sie. gerade wenn man in saalfeld lebt, wo das nachtleben in meinen augen zu einer schau der eitelkeiten ausartet.
gerne wäre ich länger geblieben.
[current music: phoenix – if i ever feel better]
heute bekam ich post. nein. keine eMail. von denen bekomme ich vielleicht einmal pro woche eine die ich auch haben will.
nein ich hab viel seltenere post bekommen. quasi alanlog-post. einen richtigen brief.
okay, aber warum beschäftigt mich das so sehr? wir sind ja schließlich immer noch nicht in einer zeit, wo die post als archaisch gilt.
nein das besondere war ein brief meiner mutter.
angefangen hat die entstehung des briefes wohl mit einem besuch von ihr in saalfeld. sie wollte eine reise in einem boot durch die flüsse um berlin machen und wollte sich meinen schlafsack ausleihen.
naja, wie üblich gab es zoff. ich habe ihr verwehrt, küchenutensilien für ihre wohnung mitzunehmen. mama war der meinung, die sachen stünden ihr noch zu, nachdem sie die wohnung fluchtartig verlassen hatte. ich war anderer auffassung darüber, und machte ihr das unmissverständlich klar. so zog sie dann wieder von dannen. mit schlafsack – den ich ihr gerne lieh – aber ohne besteck.
naja, heute kam der brief. ein schöne form hatte er. ein beiger umschlag, die adresse mit schreibmaschine beschrieben. innliegend eine gleichfarbige klappkarte. aus etwas stärkerem papier. die front war in druckbuchstaben von hand geschrieben. die innenseite hingegen recht dicht mit schreibmaschine.
sie schrieb von den eindrücken ihrer bootsreise, einer guten freundin die sie dabei fand und von den gedanken, die ihr durch den kopf gehen, weil wir uns gestritten haben.
man könnte vielleicht neu anfangen kontakt und verständnis aufzubauen. in einem ruhigen moment. sie würde es freuen.
mich hat dieser brief erschreckend kalt gelassen.
es hat mich nicht im geringsten gerührt oder bewegt.
der brief war mir komplett egal.
alles was mir durch den kopf ging, war: wie bringe ich das ihr bei.
worte werden mir mehr und mehr zu wider.
meine mutter spricht zu viel.
wenn man sich nicht wortlos versteht, dann gar nicht. reden hilft da nicht.
imho.
das unearthed-album von johnny cash, ist wunderbar. keiner der titel sticht heraus, sodaß ich sagen würde oder könnte “das ist mein lieblingssong des albums”. so wie es bei “one”, dem U2-cover, war.
es ist eine gleichmäßig schöne und etwas melancholische musik eines alten schwarzen mannes.
im moment kann ich mich sehr gut damit identifizieren.
… i’m like a soldier gettin over the war.