settlement.

gerade hatte ich ein einen teilweise doch recht aufschlußreichen lally. ein alter kumpel von christian hat von seinen schlechten erfahrungen mit ehemaligen freunden erzählt. gleich mehrere auf einmal.
christian war auch dabei.
ich weiß nicht so richtig, was ich davon halten soll. war es ein lally? war es eine warnung?
daß christian teilweise echt seltsame und widerwärtige macken hat, weiß ich. aber sollte ich ihn unterschätzen?

einer der sätze war: wenn du dich zu sehr einbringst, ohne auf gleichwertige entschädigung zu achten, läufst du gefahr daß du ausgenutzt wirst. oder so ähnlich. aber in diesem kontext.
gut, daß weiß ich. aber unterschätze ich christian vielleicht? er hat meinen job in der hand. was ist, wenn er sich einfach entschließt, das Bluescreen zu schließen. einfach weil es ihm mehr arbeit macht als es einbringt.

bin ich zu gutgläubig? auch mein paps predigt seit ewigkeiten ähnliches.
ich bin etwas verunsichert von dieser abrechnung.

family.

so, ich habe es hinter mich gebracht. die familienfeier ist vorüber.
es war nett. eigentlich. trotzdem habe ich ein mulmiges gefühl.
ich fand ich habe zu viel gelächelt. zu selten aus überzeugung – zu oft aus verlegenheit. ja, es ist meine familie. aber was verbindet mich mit ihr?

inzwischen sind zwei zuwächse zu vermelden. einer von meinem großen cousin, einer bei meinem bruder. natürlich sind die kleinen süß, sie sprechen halt instinkte an. aber wirklich wohl habe ich mich in ihrer nähe nicht gefühlt.

von meinem bruder erfahre ich nur, was er gerade baut und bastelt. was in seinem kopf vorgeht, wie er sein leben auf die reihe bekommen will verschweigt er mir. niederlagen sind nun mal nicht schön. und ändern kann ich daran auch nichts.

mein großer cousin vermodert mehr und mehr zu dem gleichen proleten wie sein vater. mit seiner dummen freundin, die ihm das kind angehängt hat, um sich nicht von ihm zu trennen.

der kleine cousin, phillip, vermodert vor langeweile. verfällt mehr und mehr dem unsinn um sich zu beschäftigen. wenigstens betätigt er sich körperlich und an der frischen luft. warum auch immer das ein positiver gesichtspunkt sein könnte.

dazu meine vor sich hinkränkelnde oma. eigentlich gehts ihr gut. ihr schwaches herz macht ihr zu schaffen. es fällt ihr schwer das zu akzeptieren. obwohl sie akzeptiert, daß sie älter wird. es ist wie mit dem verwitwet sein – aber als allein wahrgenommen werden. es scheint als gäbe es da eine wahrnehmungsbarriere, die eine sachliche einschätzung der situation verhindert.

… als teil des systems kann man nicht auf das system blicken. im kleinen wie im großen.

ich bin froh, daß es Vorbei ist. denn es interessiert mich nicht die bohne.
auch wenn ich ihnen allen wahrscheinlich damit unrecht tue.
denn eigentlich sind es gute menschen mit redlichen absichten.

aber was maße ich mir an das zu beurteilen. ich mit meiner lebensplanung. mit meiner moral.
ich bin auch nur teil des systems.

on my way.

heute besuche ich mal wieder meine oma. seit über einem vierteljahr haben wir uns nicht gesehen. und nur sporadisch gesprochen. am telefon.
ich habe ein schlechtes gewissen deswegen. des öfterern habe ich angerufen, und gesagt ich käme demnächst mal vorbei. nie ist etwas daraus geworden.
heute hat sie geburtstag. sie hat mich eingeladen. was wünscht man einer alten verängstigten witwe?
erst jetzt – während ich den letzten satz schrieb – wird mir richtig bewußt, daß mein opa vor über einem jahr starb. meine oma ist nicht “alleine” wie wir immer sagen, sie ist witwe. okay, über das alleinsein habe ich mir schon viele gedanken gemacht. aber was es bedeutet verwitwet zu sein, ist mir noch nicht durch den kopf gegangen.
hm. diese erkenntnis macht es nicht leichter, meine oma zu besuchen.
was soll ich ihr wünschen?
ein langes leben? sie ist allein. das macht wenig sinn.
viel gesundheit? das verlängert auch nur die zeit, die sie allein zuhause rumsitzt.
glück? das impliziert, daß ich ihr dabei helfen könnte. irgendwie. kann ich aber nicht.
spaß? okay, das kommt auch nicht wirklich in frage.

ich könnte vielleicht den eindruck erwecken, als möge ich meine oma nicht. das ist nicht der fall.
ganz im gegenteil. ich mache mir häufig und viele gedanken um sie. aber sie ist in ihrem letzten lebensabschnitt. da vermengen sich meine verlustängste mit der liebe und achtung für sie.
das äußert sich in dem wunsch nach ehrlichkeit. aber wenn ich ehrlich bin, habe ich angst sie zu verletzen, denn auch über das sterben habe ich viel nachgedacht. und es ist nun mal keine spaßige angelegenheit. zumindest nicht im common sense.

der zug kommt gleich an.
ich muß los.

godlike.

es gibt wirklich kreative menschen in der welt.
ich sollte das das nächste mal bedenken, wenn ich mir wünsche die welt solle untergehen.

passende worte dafür zu finden, ist meiner meinung nach nicht möglich.
ich bin schier überwältigt.
godlike.

http://www.akayism.org/

und

http://www.banksy.co.uk/

oops, they did it again…

die BlueScreen-Freizeitfußballmannschaft, der BSV MiniMi, ist gerade sehr erfolgreich bei regionalen turnieren vertreten.
früher bezeichneten sie sich völlig zu recht als die “rote laterne des freizeitfußballs”. aber heute, nach relativ heftigen zerwürfnissen und dem leisen ausscheiden einiger mitglieder, findet sich nun mehr und mehr eine gruppe von freunden zusammen, die sich zwischenmenschlich sehr gut versteht und fußball spielt, weil sie spaß daran hat. der drang sich zu profilieren tritt hinter den wunsch nach einem guten spiel zurück.
in den turnieren merkt man das.

vor kurzem haben sie sogar mal den ersten platz belegt. mattl hat kurz darauf eine urkunde zusammengeschustert, die er mir heute per eMail zusandte. ich möge sie doch im BlueScreen aushängen. aber gerne doch. ich hab sogar mein letztes blatt photopapier dafür geopfert.

oops, we did it again ...

ich bin stolz auf euch jungs.
weiter so.