mäkelei.

es gibt kunden, die sind nie zufrieden.
kommt zu mir und fragt nach einem ausdruck auf photopapier. klar. kann ich ihm machen, wenn er mir das photopapier mitbringt. okay, er kommt in 10minuten wieder.
etwas später kommt er rein, schlaucht sich von den schachspielern eine kippe, bestellt sich ein bex und beginnt mit mir darüber zu diskutieren, warum ich für das einlesen eines USBsticks 50 cent berechne – so wie das auf der preisliste steht – da er ja nur zwei ausdrucke ? 20 cent braucht.
woanders gehe das ja auch ohne extrakosten. da könne man einfach hingehen und sagen, daß man etwas ausgedruckt brauche. dann gibt man seinen datenträger hin und alles gehe ohne extrakosten.
fein. aber nicht bei uns.
was zu ducken sei? zwei bilddateien bitte. so groß wie möglich skaliert. dinA4 eben. ich traue mich schon kaum noch zu sagen, daß farbdrucke über eine volle seite mehr kosten.
ein paar sekunden später betrachtet er den ausdruck skeptisch. geht das nicht ohne rand? nein!
beim bezahlen mit dem fünfzig euro schein verlangt er noch kleingeld für den zigarettenautomaten.
die geschlauchte kippe ist noch nicht ganz runtergebrannt, als er wieder in seinen sportwagen einsteigt.

bei solchen fällen von großspurigkeit muß ich echt aufpassen, daß mir nicht das messer in der tasche aufspringt und ich den kunden nicht mal ordentlich die meinung geige.
vögel gibts, nee.

wortspiele.

manchmal hört man lustige sachen auf arbeit.
derletzt kam jemand aus unserer toilette und murmelte mir voller respekt zu “du, euer fäkalienzerkleinerer ist voll der hammer. der zerhächselt sogar schiffe.
es hat etwas gedauert, aber als die bemerkung dann alle semantischen filter durchlaufen hatte, konnte ich nur noch kichern.
klar,der gag war gestellt. aber deshalb nicht weniger gut. wesentlich subtiler als die üblichen zoten.

der andere ausspruch, der mit im zusammenhang mit wortspielen in erinnerung geblieben ist, ist der eines fürchterlich betrunkenen. er kam wohl gegen zwei uhr zu mir, legte sich auf das sofa und schlief ein. vier stunden später, als er ziemlich verkatert – dafür aber etwas nüchterner – aufwachte, schaute er auf die uhr und fluchte kurz. er hatte zeitig am morgen einen termin. noch ein fluch. “und das in meinem zustand.
ziemlich benommen stapfte er, von mir begleitet, die treppe nach oben. auf halber treppe dann – die sonne war gerade im aufgehen begriffen – “boah, ist das fucking hell.
für ihn im wahrsten sinne des wortes.

bluescreen im internet.

ja, das bluescreen, meine arbeitstelle, hat eine internetseite. soetwas sollte in unserem berufsstand selbstverständlich sein.

wir sind sogar auf der internetseite der stadt saalfeld zu finden.
aber nicht als internetcafé. oder als gastronomie. oder kneipe.
oder sonst irgendetwas worauf ein normaler mensch kommen würde.

im stadtverzeichnis der gewerbetreibenden sind wir als “Internetstube” eingetragen.
was zur hölle

ich glaube ich muß morgen mal eine eMail an die stadt schreiben.
hoffentlich kann ich mich zusammenreißen.

high security.

wep-verschlüsselung ist was feines. die macht ein wlan dicht. somit verhindert man relativ sicher, daß fremde leute ungefragt einfach mal meinen internetzugang benutzen. in einem internetcafé ist das besonders wichtig.

richtig bloed ist es dann nur, wenn man einen key verwendet, der ungefähr so kompliziert ist wie der code für luftschild des planeten druidia.
so wie christian derletzt.
weil es ihm zu kompliziert war einen 128bit schlüssel über das keypad einer playstation portable einzugeben, vergibt er einfach einen neuen. nur 64bit langen schlüssel.
1234567
so schlimm ist das ja eigentlich nicht. bis man auf 1234567 kommt, muß man ja auch erst mal etwas rumprobieren.
aber er hätte mir ruhig bescheid sagen können, daß er ihn geändert hat. es ist etwas peinlich, wenn die kundschaft mich darauf aufmerksam machen muß, daß sich die zugangscodes geändert haben. und mir diese auch gleich noch mitteilen.

… da fällt mir in dem zusammenhang ein, daß ich unbedingt die kombination an meinem aktenkoffer ändern muß.

one of these days.

so, endlich alles geschafft.
boah. was ich die schnauze voll habe. schon seit gestern.

eine chronologie.
gestern komme ich auf arbeit. freue mich. bissl blog basteln. an der neuen BlueScreen homepage basteln (auch ein wordpressblog aber mit vielen statischen seiten). mit LN chatten. es hätte so ein schöner tag werden können.
was alles verdorben hat, war letztendlich ein backup des so viel beschimpften “thekenrechners” auf arbeit. christian hat ein discimage gemacht, und wollte – um plattenplatz zu sparen – vorher noch etwas aufräumen. programme deinstalliert. irgendeine DLL mitgerissen. war nicht reparierbar. einige wichtige programme funktionsuntüchtig.
okay, so wie er mich letzten samstag beleidigt hat, hätte mich das nicht weiter gejuckt. work-arounds bin ich ja gewohnt.
aber die programme die nicht gingen waren das FTPproggi (unverzichtbar beim hochladen von phpscripten) und ICQ. meine uhr ist auch noch stehengeblieben. verdammt.
okay, an die arbeit. fehlersuche. neuinstallationen. no way. nervige kundschaft kommt auch noch. das niveau eskaliert. nach unten.
hey, kennst du ein paar willige frauen?
klar.
kannste mir die nummern von denen geben?
klar.
hannes? zettel und stift bitte. … danke. … sind die solo?
ja.
kannste mir noch was von denen erzählen? sind die leicht rumzukriegen? auf was stehen die so? sind die auch für ausgefallene sachen zu haben?
ou mann. und ich mittendrin.
ich versuche mich auf nicht angebundene TCP/IP protokolle zu konzentrieren, so gut es eben geht.
stunden später gebe ich resigniert auf. zur entspannung ein paar minuten blogs gelesen und meinen senf dazu gegeben. wieder aufgerafft. weiter. ständig diese latente wut und verzweiflung. warum ich? warum muß ich diese scheiße machen? schon die fünfte kippe heute geraucht. gegen halb sechs in der früh gebe ich endgültig auf.
jetzt aber richtig: windows verzeichnis gelöscht. neuinstallation – von null auf. aber weil ich wieder zu weit gedacht habe, ist das auch noch schiefgegangen. noch mal von vorne. es ist halb sieben. für heute ist schluß. es muß morgen weiter gehen.
einziges positives resultat des tages: ich habe rausgefunden, warum sich ICQ nicht mehr auf den USBstick installieren ließ.
zuhause. ich nehme mir vor effektiv zu schlafen. das klappt auch ganz gut.
heute früh dann: es ist halb zwei. naja, sechs stunden schlaf müssen halt mal reichen. acht brauche ich eigentlich. aber der tag fängt gut an. auf dem weg ins bad merke ich, daß mein paps wieder gekocht hat. riecht lecker. morgentoilette. gut gefrühstückt. alles geht zügig und konzentriert von der hand. auf dem weg zur arbeit gehe ich noch schnell beim uhrmacher vorbei. batterie wechseln lassen. in ner stunde wiederkommen. kay, kein problem.
auf arbeit angekommen, ist es um drei. eine stunde zu früh. gut. genug zeit um das gröbste des betriebssystems wieder draufzuspielen bis die kundschaft kommt. die haftnotiz von christian am monitor bringt mich schon wieder zum kochen: “theken-image im recover ordner.” “ja, du held. das image ist verhunzt. das zeigt die gleichen fehler, die ich seit gestern in vielen unbezahlten überstunden zu beheben versuche.
egal. nicht aufregen. bis jetzt geht alles erstaunlich reibungslos von statten. die kundschaft heute ist auch ruhig. fast fügsam. bloß bei der wiederherstellung der vielen kleinen tools und der serverfunktionalität komme ich etwas ins schwimmen. naja, bei windows 98 beschränkt sich das glücklicherweise auf einige freigaben und autostarts. schwer ist das nicht, aber viel. einziger rückschlag ist die officeinstallation. die 2003er version will sich plötzlich nicht mehr auf 98 installieren lassen. die extra von meinem paps rangekarrte cd ist nicht lesbar. und bis morgen soll ein schriftstück für einen kunden fertiggestellt sein. wie schon so oft, ist der laptop meine rettung. eine halbe stunde später ist auch das erledigt.
alles scheint fertig. was noch bleibt, ist die leichte unsicherheit etwas vergessen zu haben. aber das wird sich die nächsten beiden trage zeigen. übermorgen werde ich ein lauffähiges image erstellen. meine stimmung hat sich merklich gebessert.
schnell hacke ich noch die abrechnung der letzten beiden tage in die datenbank und frage mich dabei ob es zuviel verlangt wäre eine sekretärin für diese arbeit einzustellen. ein wenig stolz bin ich schon auf meine arbeit heute. die helden laufen immernoch im hintergrund und in schleife.

endlich frei. endlich zeit zum bloggen.