Der Kasper kommt

In den letzten Wochen geistert Slavoy Zizek durch die Medien und Webvideos. Lustiger Weise habe ich in den Interviews noch keinen Moderator gesehen, der ihm substantielle Fragen stellen konnte. Also Fragen, die haben durch blicken lassen, dass man verstanden hat was Zizek meint.

Sicherlich liegt die Ursache für diesen Eindruck auch in der notwendigen und üblichen Kürze der Formate. Wenn man selbst aber Zizek nicht versteht, ist es einfach ihn für einen gefährlichen Troll zu halten. In meinen Augen besteht die Gefahr, dass seine progressiv-optimistischen Thesen von den “neuen Autoritären” vereinnahmt werden und damit seine Thesen im linken Diskurs als inakzeptabel gebrandmarkt werden.

Für den Einstieg zum Zugang zu Zizek würde ich die CRE-Podcasts zum Poststrukturalismus empfehlen.

CRE091 Poststrukturalismus
CRE192 Poststrukturalismus 2

Blüten aus dem Berliner r2g-Koalitionsvertrag:

Aus Zeile 145 im Zusammenhang mit Urban Gardening:
Berlin wird zur “Essbaren Stadt”.

Meine Wortspielmaschine springt an:
Eat moar dirt!
Eisenbeißer bei der Arbeit.
Friede den Hütten, Esst die Paläste!

Ansonsten habe ich aber überwiegend Gutes von dem Koalitionsvertrag gehört. In Zeiten von lauten und radikalen Positionen macht schon der sichtbare Wille zur Einigung ein bisschen Hoffnung.
(via http://www.die-linke-berlin.de/fileadmin/download/2016/161116_Koalitionsvertrag_finale_Fassung.pdf)

von einer die Auszog das Fürchten zu lernen

Ich arbeite im Öffentlichen Dienst. An einer Schnittstelle zwischen IT und Fachbereich. Ich übersetze zwischen Soziotopen, suche Fehler und schaffe Struktur in einer organisch wachsenden Umgebung.
Mir wird dabei eher nicht langweilig. Okay, das ist eine euphemistische Umschreibung für die erdrückende Menge an Arbeit die zu erledigen ist.
Aber an manch anderen Stellen ist der öffentliche Dienst überdurchschnittlich strukturiert und robust aufgestellt. Aus Arbeiter-Perspektive ist das sehr lobenswert, wenn man Arbeit geordnet zugeführt bekommt. Also wenn es klare Zuständigkeiten gibt. Nicht nur weil man dann sagen kann, dass man nicht zuständig ist sondern auch gleichzeitig jemanden benennen kann, der es ist.
Manche Mitarbeiter sind von dieser Struktur aber unterfordert, geradezu gelangweilt.
Und so durchfuhr mich ein ehrfurchtsvolles Lachen, als ich von einer Einkäuferin hörte, der es bei uns zu langweilig wurde und dann beim Flughafenprojekt BER arbeiten wollte. Wegen der Herausforderung.
Ich halte mich für furchtlos und wagemutig. Aber vor dieser Entscheidung ziehe ich hochachtungsvoll meinen Hut.