ich habe am in der letzten woche “his dark materials” zu ende gelesen. es dauerte anfangs eine ganze weile bis ich mich mit der geschichte anfreunden konnte. ist es doch gegenwartsbelletristik. ab der mitte des zweiten buches jedoch dämmerte langsam worum es ging: eine phantastische geschichte um den kampf zwischen hackern und traditionalisten. man nannte sie hier freidenker und kirche.
das ganze basiert auf der annahme, dass bewusstsein aus komplexität erwächst und als partikel physisch anwesend ist – eben jenes “dark material”. wessen ist unklar. aber der grundsätzlichen idee – intelligenz aus komplexität – bin ich eigentlich nicht abgeneigt.
nur frage ich mich ob man tatsächlich für etwas das ich – zugegebener weise sehr radikal – in drei worten zusammengefasst bekomme in drei büchern nieder schreiben muss. aber okay. so ist das nunmal mit der unterhaltungsliteratur.
was ich p. pullman aber zugestehen muss ist einfaches und wirkungsvolles abschließen von handlungssträngen. der attentäter stirbt, sein gewehr bleibt in der steppe liegen “und setzt rost an”. punkt. mit weniger schnörkeln kann man kaum eine nebenhandlung abschließen und aus dem gewirr von unzähligen parallel agierenden charakteren herauslösen.
Naja, aber ist das nicht auch die Herausforderung der man sich gegenüber gestellt sieht, wenn man beginnt ein Buch zu schreiben…
die eigene knappe, faszinierende Idee soweit aufzublasen, das sie ein Maximum an Spannung hat, aber nicht an der eigenen Inhaltsschwere zerblatzt und somit nichts hinterlässt?
Das ist immer mein Gedanke, wenn ich überlege eine Geschichte zu schreiben – und es dann deshalb auch wieder lasse, weil ich micht nicht für gut genug halt, dem standzuhalten, nicht in Belangloses abzuschweifen…
der könig der kurzen weisheiten: stanislaw lec
(m)ein großes literarisches vorbild.