olfactory.

es wird wieder warm – und gerade fällt mir ein weiterer grund auf, weshalb ich die jahreszeit “über fünf grad” nicht mag.
es stinkt.
nein, es riecht spezifisch.
all die geruchsstoffe die in der kalten zeit nicht von der verdunstenden bodenfeuchtigkeit angehoben werden, drängen wieder in mein wahrnehmungsspektrum. die pisse, die vergammelnden nahrungsreste, die ölreste auf den straßen, die ablagerungen der abgase. all das sammelt sich wieder in der luft und formt diese ekelerregende olfaktorische keule, die des abends um so härter zuschlägt, wenn man nach einem arbeitstag in nahezu klinisch sauberen büros auf die straße tritt und die absinkende temperatur zusätzlich eben jenes trägermedium wieder in bodennähe drückt.

einige monate blieb mir diese sinnesirritationen glücklicherweise erspart. aber nun komme ich wohl erstmal nicht mehr drumrum.
vielleicht gewöhne ich mich ja auch daran. früher oder später werden vielleicht auch andere dinge – heuschnupfen oder größere hitze – störender sein. aber momentan dominieren eben jene schleimhautreize die vicky vomit in einem song bezeichnender weise so umschrieben hat:

sommer in berlin. die spree riecht nach urin.

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