… es ist das was man auch bei pädagogischer betrachtung als geeigneten kinderfilm bezeichnen kann.
die gedankenwelt eines sehr wilden, verspielten aber allein gelassenen jungen überträgt sich auf das filmkonzept und wird gänzlich irrational im auge eines erwachsenen betrachters.
der protagonist flüchtet aus einer welt die er nicht versteht und in der er seine bedürfnisse nach nähe und zuneigung nur unzureichend befriedigt sieht. hinein in eine welt von imaginären freunden deren anführer er sein darf. freunde die sachen möglich machen. aber auch freunde mit eigenem willen und bedürfnissen. irrational und kindlich wie ihr erschaffer. nicht mal ansatzweise sind die getroffenen entscheidungen klug oder offenkundig zu vorbiildern geeignet.
vielmehr leiten die gezeigten situationen dazu an selber zu erforschen und zu spielen. selber mal probleme zu erleben und fehler dabei zu machen. ehrlichkeit zu üben und zu akzeptieren, dass nicht immer alles gut wird. dass man sich zwar superkräfte wünschen darf, aber keineswegs auf sie vertrauen kann wenn es um problemlösungen geht.
und so steht auch am schluss des films nicht die rettung der welt mit allumfassender glückseligkeit,sondern ein abschied der weh tut. ein abschied von freunden dessen notwendigkeit man erkennt und akzeptiert.
und die rückkehr nach hause. zur mutter.
Hab mir gerade den Film zu Ende angeschaut und bin erstmal etwas sprachlos und auch entscheidungskarg in meinen Gedanken. Der Film zeigt von Anfang bis gen Ende einen arg verstörten, hyperaktiven und unkontrolliert agressiven Jungen, der tut was es tun will, ohne ein Richtig oder Falsche von etwas anderem als der eigenen Meinung abhängig zu machen.
Ich hab dies als ziemlich verstörend empfunden, bestimmt auch weil ich immer auf eine schöne Kindrwelt gehofft habe, eine Welt voller Freude, ohne Streit und Gewalt, voller Spass mit lieben Menschen. Aber selbst angekommen auf der Insel verläuft die Geschichte gleich fort, nur gespiegelt im andere Charaktere. Max erfährt sich selbst durch die Handlungen anderer.
Mit zunehmendem Abstand ist es gar kein shlechter Film – aber ist es ein Film für Kinder? Ich denke nicht, zumindest sollte dieser Film immer im Nachhinein besprochen werden, damit Kinder die Konsequenzen verstehen, die jenes Werk aufdecken will… oder verstehen Kinder dies schon von alleine?
Ich bin mir unschlüssig bei der Beantwortung der letzten Frage.
ich denke der film zwingt einem erwachsenen betrachter die perspektive eines kindes auf. das ist das was uns daran so verstört.
ich kann mir gut vorstellen, dass kinder die sich unbedarfter und unvoreingenommener auf neues zu bewegen, auch mit einem derart abgebildeten jungen gemeinsamkeiten entdecken können. demzufolge würde ich deine letzte frage mit dem hinweis auf unbelastetes urvertrauen positiv beantworten.
vielleicht ist auch das eine der metaphorischen lektionen für die erwachsenen: habe vertrauen in den gesunden menschenverstand deines kindes, auch wenn es anders ist als dein gesunder menschenverstand der über die jahre zu dem geschunden wurde, was er heute ist.
überregulierende eltern schränken die entwicklung eines kindes mit schützender und liebevoller hingabe ein. will man etwas ungeformtes irgendwo einpassen bedarf es druck aber auch freiheit. es entwickelt sich gerade eine metapher vom zu formenden ton in meinem kopf.