Bilder

Die Abgrenzung zwischen Menschen und Verbrechern zu ziehen, offenbart ein interessantes Menschenbild.
Der sächsische Ministerpräsident Tillich wurde zur Brandstiftung an einer Flüchtlingsunterkunft mit diesen Worten zitiert: “Das sind keine Menschen, die sowas tun. Das sind Verbrecher.”
Als “Verbrecher” wird man nicht geboren. Zum Verbrecher wird man deklariert. Am besten durch ein (“rechtsstaatliches”) Verfahren an dessen Ende man irgendwie herleiten kann, dass diese Deklaration ein Ausdruck des gesellschaftlichen Mehrheitswillens ist. Der moderne Erklärungsansatz geht da sicher noch etwas weiter.
Als Mensch wird man geboren mit bestimmten unveräußerlichen Rechten. Diese Rechte sind zwar auch verhandelbar und wandeln sich mit der Zeit, sie sind jedoch keineswegs diskriminatorisch. Für alle Menschen gilt das gleiche Menschenrecht.
Stellt man nun Menschen und Verbrecher in einem Vergleich gegenüber zieht man die Menschenrechte in einen Rechtsbereich der ungleich volatiler verhandelt und festgelegt wird.
Dieser Vergleich zeugt von einem sehr machtvollen und anmaßendem Selbstverständnis. Ganz egal, ob Herr Tillich das bewusst oder unüberlegt sagte.

Was ich eigentlich zeigen will: soo lange dauert es, die Sprechblasen des Alltags zu dekonstruieren.