kaltes klares wasser.

ich habe ihn heute vollzogen. den berühmten griff ins klo.
nein, nicht metaphorisch. so richtig.

aber wohl jeder hat einen fürchterlichen ekel, vor dem ort an dem wir unsere fäkalien entsorgen. darum wohl auch die redenwendung.
frühmorgens ist mir die nagelschere aus den fingern geglitten, während sie klimpernd dreimal an irgendwelchen hindernissen abprallte schwante mir schon das schlimmste. als es plotsch machte war es dann klar. die nagelschere im klo. klasse.
der fall dauerte nur ein paar sekundenbruchteile, aber es kam mir wie eine ewigkeit vor.
hm. und nun? erst dachte ich, daß es ja wohl ein ding der unmöglichkeit wäre da reinzufassen und diese blöde schere da rauszuholen. also kräftig gespült. in der hoffnung das problem würde sich strömungstechnisch in die richtige richtung selbst entsorgen. runter kommen sie schließlich alle.
weit gefehlt. entweder war die stömung zu schwach. oder die schere zu schwer. nachdem sich die wogen gelegt hatten, glitzerte es neckisch im schlund des ekels.
ich machte mir klar, daß es ja trinkwasser war mit welchem ich das klo gerade durchgespült hatte und daß eigentlich nicht schlimmes mehr drin sein könnte. also augen zu und durch.
und tatsächlich: als meine hand in das kalte wasser eintauchte, war nichts schlimmes daran. kein schleim, kein kleines tier, welches mich in die finger biss. einfach nur kaltes klares wasser. trotzdem war ich froh, als ich endlich die schere greifen konnte und mich wieder aus dieser höhle zurückziehen konnte. mit meiner beute.

wieder in “sicherheit” beschlich mich dennoch wieder so ein unbestimmter ekel. so gründlich habe ich mir wahrscheinlich seit langem die hände nicht mehr gewaschen.
so eine erfahrung muss ich nicht wieder machen.

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