love your african wife.

meine mom hat es endlich geschafft. sie hat endlich einen passenden flyer für ihr neu errichtetes heim erstellt und ist in der lage ihn unter das interessierte publikum zu werfen.
ich mag ihn hier auch mal digital bereithalten. nicht zuletzt, weil es hier lange nichts aktuelles zu lesen gab. aber vielleicht findet sich ja der eine oder andere interessent und nimmt kontakt mit ihr auf. eigentlich hat sie ja gar nichts mit dem internet zu tun aber vielleicht ist hier der passende ort um “norakunda” von der einen oder anderen suchmaschine auffindbar zu machen.

Live your african life. Norakunda. (Front)Live your african life. Norakunda. (Back)

klar, das klingt jetzt etwas abwertend.
das ist es aber nicht. der oben angeschlagene ton beruht eher auf meinem etwas gespaltenen verhältnis zu meiner mutter. das ändert aber nichts daran, daß ich ihr dennoch alles gute auf ihrem weg wünsche, auch wenn ich sie nicht begleiten werde.

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lichtblick.

jede stadt hat ihre seele. diese seele spiegelt sich in den menschen wieder die diese stadt hervorbringt.
saalfeld ist eine intellektuell verkümmerte aber menschlich warme stadt. in ihr wachsen – so kommt es mir manchmal vor – überwiegend geistig leicht zurückgebliebene und leute mit einem hang zur assozialität heran. menschen die dieses mal nicht tragen fühlen sich wenig wohl und neigen dazu sich andernorts niederzulassen, den verkommenen archetypus der ansässigen bevölkerung zu bekräftigen.
die wenigen ausnahmen könnten einem zeitweise wie eine kleine gruppe don quichottes vorkommen.

“der rainor” ist auch einer von diesen kaputten typen. einstmals mit drogen und alkohol weggeschossen, ohne ausbildung oder arbeit symbolisiert er für mich das was ich an saalfeld so hasse.
seit einigen tagen jedoch ist etwas anders an ihm. nicht nur äußerlich. auch an seinem verhalten hat sich etwas geändert. seine sprache – früher konnte er mich mit drei worten zur weißglut treiben – ist inhaltvoller, seine sätze weisen ansätze eines zusammenhangs auf. insgesamt macht er einen zielstrebigeren eindruck. was auch immer sein ziel sein mag.
er macht insgesamt nicht mehr diesen verasselten eindruck. es ist als hätte ich ein grünes blatt an einem vertrocknetem verknöchertem alten baum entdeckt, auf dessen endgültiges ableben ich schon schon seit meiner ersten begegnung mit ihm warte.

weil ich weiß, daß er irgendwie zu mir aufblickt habe ich ihm heute mitgeteilt, daß mir die veränderung an ihm aufgefallen ist und daß ich sie gut heiße. er hat sich wie ein kleines kind gefreut und ist etwas in seine alten macken zurückgefallen. etwas dünger kann ihm sicherlich nicht schaden.
aber ich verfalle schonwieder in schlechte gewohnheiten und lese in fremden büchern. schluss damit.

das was für den moment auf der strecke bleibt ist mein pessimismus und die misanthopie.

hoax.

grrr.
jedes mal wieder ärgert es mich, wenn ich einen hoax zugeschickt bekomme.
klar, diejenigen die mir die “wichtige” meldung von dem armen krebskranken kind oder dem neuen supergefährlichen virus überbringen meinen es nicht böse.
aber die sind von dem hoax-virus infiziert worden. und sie haben sich als blutige anfänger in sachen internet geoutet.
irgendwie könnten sie einem leid tun.

gerade eben habe ich mein ICQ gestartet und bekam von zwei leuten in meiner buddylist folgende nachricht:

sag mal bitte allen leuten in deiner liste , dass sie den kontakt mit “Hans (149-853-220) ” nicht annehmen sollen, das ist ein virus!!!!!! ( über icq!!!!!) der zerstört die ganze festplatte und wenn ihn einer deiner kontakte erwischt, bist du auch betroffen!!!! also kopier das und schick es an alle !!!! auch an die die off sind

in dieser meldung sind genau zwei todsichere hinweise auf eine falschmeldung.
erstens: supervirus. die welt geht unter.
zweitens: schick es an alle die du kennst!
schon vor ewigen fünf jahren hat die zeit mal einen echt guten artikel zu diesem thema geschrieben.
wenn ich gerade muse habe, auf den hoax zu antworten, dann schicke ich einfach den link zu dem artikel zurück.
weitergeleitet wird so ein quatsch bei mir nicht. niemals.

außer vielleicht spanische viren. hola!

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danke für den fisch.

mein gestörtes verhältnis zum papier habe ich ja schonmal beschrieben.

ein weiteres stück papier, welches mich immerwieder irritiert ist der kleine abschiedsbrief, den meine mutter vor drei jahren in der küche zurückließ als sie nach afrika auswanderte.

der zettel hing dort für zweieinhalb jahre. jetzt klebt er an meinem monitor.
warum weiß ich auch nicht.
vielleicht als mausoleum meiner verwunderung.

gute laune.

zum ersten mal hat es geklappt.
ich spreche ja nun wirklich selten frauen an. alle hatten sie bis jetzt irgendwelche ausflüchte. kann nicht, will nicht, keine zeit, hab schon jemanden. die schlimmsten waren immer die, die auf meine frage ob man mal was gemeinsam trinken will, “naja, mal sehen.” antworteten und mich dann sehr persistent geschnitten haben. (schulzeit zählt da mal nicht, da ist man anders miteinander umgegangen. hat anders miteinander gelebt. )

um so erfreulicher, ist daß meine muse heute sehr überraschend im laden stand, und mich um einen zettel und stift bat. ohne weitere worte schrieb sie mir ihre handynummer auf, während sich mein herz zu einem saftigen steak weitete.

schon als sie mich letzen freitag fragte, ob mein angebot bezüglich eines gemeinsamen drinks noch bestünde, sprang mein herz in die luft. aber das heutige erlebnis … ereignis, brachte die schlechte laune der letzten wochen und monate komplett zum kippen.
ohne überschwenglich zu sein, war ich heute einfach nur gut drauf. ein gutes zeichen.

auch bei ihr gab es anzeichen, daß sie so ein griff ins klo wird, wie die anderen.
als ich sie mal in einem ruhigen moment erwischte, antwortete sie auch sehr unverbindlich. sie lebe in einer festen beziehung und sie käme darauf zurück, wenn sie wieder gesund sei. es war während der vorweihnachtlichen grippezeit. seitdem sah ich sie nicht ein einziges mal wieder.
bis eben zum letzten samstag.
es war schön.

musikalisch wurde der abend sehr verspielt von Matthew Herbert untermalt. ich fühle mich gut. und schreibe trotzdem.
aber das hat noch nichts zu sagen.
schließlich bin ich verzögerungsgenießer.

ich freue mich darauf was die nächsten tage so bringen werden.
nicht, daß ich vor hätte passiv zu sein.