astalavista

da haben sich die texter der tagesthemen ja mal richtig mit wortwitzen ins zeug gelegt. ein assoziationskettenmassaker unterster schublade.
ich glaube die sprecherin musste sich ganz schön zusammen nehmen um nicht laut loszulachen. hätte nur einer der leute hinter der kamera gekichert wäre es wohl zu spät gewesen.

au weia.

spectrial.

seit dem sechzehnten februar läuft der prozess gegen die betreiber von “the pirate bay” einem der größeren bittorrent tracker.
die beweisaufnahme ist abgeschlossen, die statements von anklage und verteidigung sind gehört. wann das urteil gefällt wird ist unklar. ich bin sehr gespannt auf das was die richter dann sagen.

liest man sich die vermeintlichen beweise, statistiken und absatzzahlen durch drängt sich unweigerlich der verdacht auf, daß sich die anklagende unterhaltungsindustrie-lobby sehr schlecht auf den prozess vorbereitet hat. da hat man technologie nicht verstanden, unabhängige/staatliche ermittler bestochen/bezahlt, zeugen der gegenseite diskreditiert und so sachen.

aber es ist eben nur naheliegend, daß eine seite die sich als “piratenbucht” bezeichnet auch piraterie betreibt. denn – um die metapher mal aufzugreifen – die bucht ist nur eine immobilie in der landschaft. was die bewohner dort machen liegt nicht in der macht derer die die bucht schiffbar machen.
und das geht hoffentlich auch in die köpfe der richter … nicht zuletzt wäre ein uteil gegen TPB auch ein urteil gegen freie meinungsäußerung.

eine annähernd zeitnahe, jedoch nicht ganz neutrale berichterstattung findet man unter www.torrentfreak.com.

nachtrag: das urteil wird nach aussagen des gerichts am 17 april verkündet.

watchmen.

ich habe vor knapp einem jahr von der verfilmung des comics watchmen gehört. bis dahin war mir diese geschichte unbekannt, jedoch stellte sie sich bei weiterer recherche als echter meilenstein der graphic novels heraus. als graphic novels bezeichnet man die weiterentwicklung der comics, um sie von ihren sehr einfachen und simpel gestrickten anfängen abzugrenzen. “maus” ist sicherlich einer der bekanntesten vertreter der graphic novel.

wenn ich von comicverfilmungen höre werde ich seit jeher hellhörig. die hemmschwelle einen solchen film wirklich so schlecht zu finden wie er bei genauerem hinsehen ist, ist bei mir wesentlich höher als beim unvorbelasteten publikum; weil ich in den meisten fällen die vorlage kenne oder zumindest weiß, daß diese deutlich mehr tiefgang in sich birgt als der film transportierten konnte. erst mit “batman begins” wurden die verfilmungen so gut wie auch die vorlagen.

und watchmen? da hat es noch nichtmal ansatzweise geklingelt. noch nie hatte ich davon gehört. angeblich ein abgeschlossenes universum mit abgeschlossner geschichte. keine cross-referenzen. veröffentlicht zu einer zeit als ich gerade im feindlichen teil der welt schreiben und lesen lernte. und so was altes sollte gut sein? recherche war nötig. und die ersten bilder haben mich abgeschreckt. ohne auf weiter den text der sprechblasen zu lesen legte ich das buch beiseite. die verfilmung geriet – abgesehen von den streitigkeiten über filmlizenzen – in vergessenheit.

anfang januar stolperte ich durch zufall über die sehr coolen trailer. aber der erneute aufmerksamkeitsschub reichte auch nicht um das buch wieder in die hand zu nehmen. erst als ich das kinoprogramm für nächste woche durchstöberte fiel mir abermals der charakteristische smiley mit dem blutstropfen auf. jetzt war es wirklich an der zeit, die vorlage zu lesen bevor es dafür zu spät und der film im kino ist.

ich nahm das buch und zwang mich geradezu es zu lesen. die bilder waren hässlich. pannels simpel und sich wiederholend. farben monoton und plakativ. strichführung geradezu grobmotorisch. anders als das was ich bisher von guten modernen comics wie spawn gewohnt war. aber die geschichte war überraschend fesselnd. nach sechs seiten konnte ich es nicht mehr weglegen und wurde nur durch einsetzenden sekundenschlaf zu einer pause gezwungen.

jetzt bin ich durch. und muss sagen, daß es wie eine bombe eingeschlagen hat. eine geschichte mit tiefgang und potential. ich hoffe es ist nicht all zu viel in der verfilmung weggelassen wurde. einhundertfünfzig minuten scheinen mir nicht annähernd genug um dieses komplexe universum adäquat umzusetzen.