geheimtip.

neue französische science fiction filme!
im hollywoodgetrommel muss eine durchaus sehenswerte europäische entwicklung an mir vorübergegangen sein. die regisseure in frankreich sind in ihrer entwicklung nicht bei delicatessen und der fabelhaften welt der amelie stehen geblieben.

gerade habe ich “eden log” gesehen. es war so ein zufallstreffer. ich hatte noch nie was von dem film gehört und mich nur für ihn entschieden, weil “SciFi” am tag dran stand – mein gespür für die “fugazi situation“. und ich hätte vieles erwartet. aber nicht das. der film wird als “französische horror science fiction” in den datenbanken klassifiziert. das fühlt sich dann so an wie eine mischung aus der schmutzigen hälfte von twelve monkeys und pi mit einem schuss von the fountain. also kein entspannendes popcorn kino zum nebenbei schauen.

europäische filme sind etwas besonderes. sie berühren mich mehr als das was ich üblichweise im kino sehe. und die franzosen bekommen es hin, regelmäßig noch ein kleines sahnehäubchen draufzusetzen.

aber ein guter film allein bringt mich nur selten dazu eine ganze region pauschal für seine filmischen leistungen zu loben. denn als wäre eden log nicht genug gewesen, habe ich gerade äußerst interessanten den trailer für dante 01 gesehen. auch ein französischer “SciFi”-geflaggter film.

reformer.

ein spitzfindiger lacher am rande: der republikanische frittenfutzi präsidentschaftskandidat stellt seinen vize vor. die gouverneurin von alaska. er bezeichnet sie als reformerin:

Ihre Erfahrung darin, am Status quo zu rütteln, ist genau das, was heutzutage in Washington gebraucht wird.

soso. jemand der erfahrung damit hat an bäumen zu rütteln. gut daß in washington so stabile bäume wie der us-amerikanische regierungsfilz stehen. ansonsten könnte plötzlich jemand mit einem kleinen abgebrochenen setzling in der hand da stehen und nicht wissen was er jetzt machen soll.

sollten politiker nicht die sein, die rhetorik als oberste tugend pflegen? lange zeit hat man gedacht nach george dabbeljuh könnte es nur noch besser werden. hoffentlich haben wir uns da nicht getäuscht.

in meinen augen versucht der pommesmann nur mit den tabubrüchen mitzuhalten, die obama vorlegt. der kann sich wenigstens auf die fahnen scheiben “wählt mich – because you can – und ihr habt etwas einmaliges … einen nigger schwarzen im amt. sowas gabs noch nie!
naja. und McCain muss da irgendwie mitziehen. wenn die us-amerikaner ihn wählen haben sie die erste weibliche vizepräsidentin. und nach dem was man so in den amerikanischen blogs liest, gehen ihre qualifikationen kaum über das hinaus was mccain in dem obigen zitat von ihr sagte. okay, und sie ist abtreibungsgegnerin.

zu studienzeiten.

während meines studiums habe ich ein seminar “Kindheit im Comic” besucht. als grundlegende litereatur wurde dort ein comic selbst angegeben. scott mcclouds “comics richtig lesen”. wie studenten das so machen, habe ich das buch tatsächlich gekauft. anfangs fand ich den farb- und akzentlosen (durch verhältnismäßig gleichmäßige strichdicke) zeichenstil fast langweilig und abstoßend. ich habe zu der zeit schon viele der amerikanischen mainstreamcomics wie spawn, witchblade oder the darkness gelesen – allesamt comics die zwar überzogene formen aber sehr ansprechend filigrane tuschestrukturen aufweisen. erst später – nach dem verinnerlichen der literaturempfehlung – erkannte ich den wert von scott mcclouds buch in seiner auf grundlagen basierten beweglichkeit. seine art anatomisch korrekte figuren zu zeichnen. die innovative art panels zu verschmelzen. seine comics sind nichts was einen auf anhieb vom hocker reißt, denn erst das genauere hinschauen macht sie zu einem wahren schatz der comickultur.

lange habe ich nichts mehr von scott mccloud und seinen comics gehört. aber gerade kam mir die newsmeldung von googels neuem webbrowser “google chrome” unter die finger. angehängt war – was für newsmeldungen auch bei google ungewöhnlich ist – ein webcomic in dem die funktionen und entwicklungsgedanken des neuen browsers veranschaulicht werden.
als ich die neununddreißig seiten so durchsah, ging es mir wie damals als ich das buch im studium las. anfangs war ich schrecklich gelangweilt. aber nach einigen seiten fand ich die kleinen gimmicks und die bildkomposition zunehmend ansprechend. bis mich dann auf der letzten seite die freudige überraschung traf, was ich an dem comic eigentlich so toll fand.

hier gehts zum webcomic über google chrome von scott mccloud.