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Sacramento, der

(Schottisch:) Ein kleiner Schottenkaro-Beutel, den man während der Distel-Saison unter dem Kilt trägt.

Sacramento

Sagschneider, der

Jemand, der Leute auf die Palme bringt, indem er ihnen ins Wort fällt, ihre Sätze für sie beendet und ihnen anschließend erklärt, was sie eigentlich hatten sagen wollen. (s. a. Sulzschneid)

Saint Boingt, das

Aufprallgeräusch eines gefallenen Engels.

Salbke, der

Ein Mensch, den man gern um sich hat, weil er einem ständig hinreißende Viöle macht.

Salfisch, die

Die Situation, in der man sich befindet, nachdem man eine falsche Entscheidung getroffen hat.

Salzderhelden, das

Das, was die Putzfrau nach einem Fußballspiel vom Kabinenboden der siegreichen Mannschaft wischt.

Sandwig, das

Herzzerreißend bleiche Brotscheibe, die während einer Tostedt-Sitzung ständig lasch aus dem Toaster lugt. (s.a. Tosterglope, Schwarzkollm)

Sankt Pankraz, der

Genau der Augenblick, in dem Rühreier fertig sind.

Sankt Urban, das

Jedes scheinbar entvölkerte vorstädtische Gebiet, in dem man a.) eine unerhebliche Menge Hundedreck auf den Gehwegen findet und b.) fünfundvierzig Tonnen verbogenen Stahl oder einen durchlöcherten Betonktotz auf einur öffentlichen Rasenfläche.

Sappl, die

Die neckische Rasensprengerimitation, die man beim Sprechen zuweilen ohne ersichtlichen Grund zum besten gibt.

Sarchem, das

Jene letzte Seite eines Dokuments, die man im Fotokopierer liegen läßt.

Satteins, das

Der rote Stoff, aus dem die geschmacklosen Kleider und Jacketts gewisser Fernsehmoderatorinnen und -moderatoren hergestellt werden.

Saubraz, der

Jemand, der Kaugummireste oder Obstkerne gegen eine Auto-Seitenscheibe spuckt, weil er nicht wußte, daß man Fenster sooo sauber putzen kann.

Schaala

Albanisches Weinanbaugebiet, aus dem der Großlteil des weltweit vorhandenen Zschorlau stammt.

Schalehen, der

Der niedliche, scheinbar selbsttätige Tanz, den ein Beirglas in seiner eigenen Lache vollführt.

Scharbeutz, der

Der kritische Blick, den ein Mann seiner Frau zuwirft, wenn sie den Telefonhörer zum dritten Mal innerhalb einer Woche mit den Worten "Hat sich verwählt" auflegt.

Schaufling, der

Jemand, der sich während einer Unterhaltung ständig nach interessanteren Gesprächspartnern umsieht.

Schauinsland (Adj.)

Restlos zufrieden damit, fröhlich ins Leere zu starren.

Scheibelsgrub (Adj.)

Aufgrund einer musikalischen Entdeckung desillusioniert. Beschreibt die geistige Verfassung eines Menschen, der eine fremde Plattensammlung durchstöbert und dort eine Platte gefunden hat, die ausschließt, daß er je eine Nacht mit dem Besitzer oder der Besitzerin verbringen wird.

Scherbartl, die (Pl.)

Die winzigen Bartschnipsel, die die Innenseite des Waschbeckens bedecken, nachdem man ich rasiert hat.

Scheutz, das

Ein Niesen, das einem in der Nase steckenbleibt.

Schierling, der

Der Typ Mann, der schrille, grobkarierte Jacketts trägt, seinen eigenen Humpen hinter der Bar stehen hat und grundsätzlich vor einem bedient wird.

Schiffmühle, die

Die Situation, in der man sich befindet, wenn man fürchterlich dringend auf die Toilette muß und sich beim besten Willen nicht entscheiden kann, welches Buch oder Illustrierte man mitnehmen soll.

 Schilda, das

Das Prinzip, nach dem sämtliche deutsche Wegweiser aufgestellt werden.

Schinkel, der

Jemand, der alle anderen Gäste eines Restaurants darüber informiert, zu welchem Menschenschlag er gehört, indem er den Koch vom Eingang aus laut mit dem Vornamen ruft.

Schlandern, die (Pl.)

Die Falten in einer nicht eng genug sitzenden Strumpfhose.

Schlappin, der

Das Lederstück, das einem von der Schuhunterseite herunterbaumelt, bis man es schafft, die Schuhe zum Schuster zu bringen.

Schlatt (Adj.)

Schlau, aber träge.

Schleiden (V.)

Gebeugt seitwärts gehen, dabei einen Arm schlaff herabhängen lassen und eines der Beine nachziehen. Das Schleiden ist gewöhnlich bei Amateur-Aufführungen von Shakespeares Richard III. und bei Leuten zu beobachten, die einen schweren Koffer mit einer Hand tragen.

Schlepzig, der

Jeder Gegenstand, mit dessen Hilfe man einer Wellblechwand oder einem Bauzaun im Vorübergehen Geräusche entlockt. "Sorgfältig wählte Mr. Bennett einen handlichen Schlepzig aus und verließ das Haus." -Alexandra Ripley, Mehr Stolz und Vorurteile.

Schlieben (V.)

Die Hochzeit mit einem langjährigen Lebensgefährten immer wieder hinauszögern, weil man sich die Illusion von Freiheit erhalten möchte.

Schloßvippach, der

(Veraltet:) Grober mittelalterlicher Streich, den die jungen Knappen einem angehenden Ritter am Nachmittag vor dem Dienstantritt spielen. Wenn der Ritter die Burg erreicht, versuchen die Knappen, die Zugbrücke in genau dem Moment hochzuziehen, in dem der Ritter und sein Gefolge sie betreten. (s. a. Dötra, Rüstorf, Wippra)

Schlüchtern (V.)

Um einen Tisch herumschleichen, weil man sich nicht traut, neben der Person Platz zu nehmen, neben der man eigentlich sitzen möchte.

Schluft, die

Das betörende, entfernt luftähnliche Gemisch, das jemandem ins Gesicht schlägt, der ein Schlafzimmer betritt, um jemand anderen zu wecken.

Schlunzig (Adj.)

Nachlässig, aber nur in unbedeutenden Dingen.

Schmalwasser, das

Ein Schweißtropfen, der einem zwischen die Pobacken rinnt.

Schmalwasser

Schmersau, die

Jemand, der Zigarettenasche auf einen nagelneuen Teppich fallen läßt und das "kleine Malheur" anschließend unauffällig zu einem gigantischen Fleck verreibt.

Schmie, der

Oberbegriff für eine der beiden Schmutzarten, in die sich aller Schmutz unterteilen läßt (s. a. Schmölz). Schmie ist die dunkle Sorte, die grundsätzlich auf helle Dinge gerät, also zum Beispiel Schokoladenflecken auf einem weißen Frackhemd.

Schmölz, der

Gegenstück zu Schmie. Oberbegriff für alle hellen Schmutzflecken auf dunklem Untergrund, zum Beispiel Möwenscheiße auf Smokingjacken. Wer beide Beispiele kennt, weiß a.) alles über Schmie und Schmölz und nimmt b.) an ausgesprochen merkwürdigen Feiern teil.

Schmolde (Adj.)

In der Lage, "Nein, das ist überhaupt kein Problem, wo soll denn das bitte ein Problem sein? Und außerdem habe ich keine Lust, mich darüber zu unterhalten" zu sagen, ohne die Lippen zu bewegen.

Schnappenhaintner, der

Jener Teil einer Schere, mit dem man Bilderhaken einschlägt.

Schnarup-Thumby, der

Ein Mensch, der sich allen Ernstes darauf freut, die Weihnachtsdekorationen an den Bürowänden befestigen zu dürfen.

Schnega, der

Jemand, der sich Walnußöl ins Gesicht schmiert, um nach Mekka reisen zu können oder in einer deutschen Sketch-Sendung aufzutreten.

Schnepfau, der

(Fachbegriff aus dem Ski-Breitensport:) Als Schnepfau bezeichnet man jemanden, der die ersten drei Viertel eines Berges mit einem Heidenbammel hinunterschlottert, um dann, am Ende des sanften Schlußhanges vor dem Restaurant, schneespritzend wie ein Weltmeister in den Stand zu wedeln.

Schnett (Adj.)

Unverschämt freundlich. Zu beobachten z.B. bei Polizisten, die gerade einen Autofahrer angehalten haben.

Schnifis (Adj.)

Auf kongeniale Art und Weise unfähig, jemals ein Taschentuch bei sich zu haben.

Schöffelding, das

Ein merkwürdig geformtes Metallutensil, das man inder hintersten Ecke des Topfschrankes findet. Viele Fachleute sind der Ansicht, Schöffeldinger seien der schlüssige Beweis für die Existenz eines mittlerweile ausgerotteten Schalengemüses, das in der viktorianischen Zeit gnadenlos niedergesotten wurde.

Schöffelding

Schönmünz, das

Fachbegriff für die ausgesprochen lahme, kleingedruckte Entschuldigung auf Lebens- oder Waschmittelverpackungen, die erklären soll, weshalb die Packung praktisch nichts von dem enthält, weswegen man sie gekauft hat. Zu den Schönmünzen gehören z.B.: "Inhalt möglicherweise transportbedingt gesenkt" oder "Um die Kekse in dieser Packung frischzuhalten, wurden sie einzeln in Silberpapier und Zellophan gewickelt und durch Wellpappe, eine Plastikklappe und Mähdrescherreifen voneinander getrennt."

Schonach, der

Jemand, der grundsätzlich eine halbe Stunde verspätet zu Verabredungen erscheint und, wenn er dann endlich kommt, alle Vorwürfe, die einem auf der Zunge liegen, schon von weitem mit entwaffnend unschuldigen Armbewegungen pulverisiert.

Schoppernau, das

Das Kribbeln, das einem über den Rücken kriecht, wenn man zum ersten Mal auf einem brandneuen Motorrad sitzt.

Schottikon, der

Die Person, die nach dem Bekanntwerden des Zusamzell grundsätzlich sagt: " ... aber ich hatte doch nur eine Tomatensuppe."

Schrampe, die

Eine jener tiefen Hängekartei-Schreibtischschubladen in Schienbeinhöhe, über die man wunderbar stolpern und sich alles mögliche brechen kann.

Schrick, das

Vertrocknete Reste eines mindestens zwei Tage alten Nudelauflaufs, die man morgens um zwei in sturztrunkenem Zustand zu sich nimmt.

Schröck (Adj.)

Höflich grob. Entschieden mehrdeutig. Nachdrücklich nichtssagend. (s. a. Prebberede)

Schülp, die

Die blaue, dünne, knitterige Not-Badekappe, die man in Freibädern kaufen muß, wenn der Bademeister schlechte Laune hat.

Schümm, der

Einer dieser Menschen, die sich allwöchentlich die schrecklichen wahren Schicksalsgeschichten für alle möglichen Illustrierten ausdenken.

Schupf, der

Das durchweichte Haarbüschel oder -bällchen, das man im Badewannenabfluß findet.

Schutschnur, die

Wenn man es gründlich satt hat, immer neue abenteuerliche Meldungen aus dem wilden Kurdistan oder anderen Balkangegenden zu hören und zu lesen, darf man mit Fug und Recht behaupten, das Ganze ginge einem über die Schutschnur.

Schuttern (V.)

Ununterbrochen auf jemanden einreden, der ein Buch zu lesen versucht.

Schwäbisch Hall, die

Eine dieser Flughafenansagen, von denen man nur die Hälfte versteht. (s. a. Ulm)

Schwallungen, die (Pl.)

Sammelbegriff für alles, was herausschießt, obwohl man sich alle erdenkliche Mühe gibt, es behutsam austreten zu lassen; z.B. Mehl in helle Soße, Tomatenketchup auf Fischstäbchen oder Milch aus einer Plastiktüte in Müsli.

Schwand, die

Eine große Platte aus Rigips, Wolle und Wasser. Wird im sozialen Wohnungsbau anstelle von Wänden eingesetzt. "Hören Sie mich?" - "Ja." - "Sehen Sie mich?" - "Nein." "Tja, das sind Schwände!" Arthur Miller, Tod eines Maklers.

Schwarze Pumpe, die

Sammelbegriff für alle Organe, die Menschen aus der dritten Welt sich aus dem Körper schnitzen lassen, um a.) vom Gewinn ein Bündel Kochbananen für die an Skorbut erkrankte Familie zu kaufen und b.) einem verfetteten Bewohner der Nordhalbkugel eine Chance zu geben, zukünftig etwas bewußter zu schlemmen.

Schwarzenstein, das

Ein Wort, das irgendwie unheimlich schweinisch klingt, aber beim besten Willen nicht schweinisch ist.

Schwarzkollm, der

Das, was aus einem Sandwig wird, wenn man die Tostedt lange genug durchgehalten hat, um den Tosterglope herbeizurufen.

Schwastrum, das

Bezeichnung für den eigenen Bruder, nachdem er eine Geschlechtsumwandlung hinter sich hat.

Schwei (V.)

Mitten im Satz verstummen, weil man plötzlich nicht mehr weiter weiß oder das eigene Gehirn plötzlich ganz dringend an etwas vollkommen anderes denken muß.

Schweich, das

Das besondere, ganz und gar nicht unangenehme Schweigen zwischen Verliebten.

Schweigern (V.)

Sich weigern zu sagen, weswegen man so verflucht sehnsüchtig ins Leere starrt.

Schwenderöd, das

Die zaghaften Bewegungen von Fingerkuppen und Augenbrauen, mit deren Hilfe es einem vollständig mißlingt, die Aufmerksamkeit von Kellnern auf sich zu ziehen.

Schwendi (Adj.)

Vollkommen gleichgültig; absolut egal; infinite Steigerung des volkstümlichen "Wurscht"; exakt die Bedeutung, die ein Kellner einem Schwenderöd beimißt. Es ist weitgehend unbekannt, daß Clark Gables Schlußsatz in der ersten Version von Vom Winde verweht lautete: "Offen gesagt, ist mir das schwendi"; er wurde nur geändert, weil man befürchtete, mit einem solchen Ende werde erstens der Film noch unverständlicher und zweitens eine spätere Fortsetzung der Liebesgeschichte ausgeschlossen.

Schwerfen (V.)

Jemandem gründlich mißtrauen. Verdankt seine Entstehung vermutlich der Formulierung: "Dir traue ich genau so weit, wie ich ... (den Mond/einen Bus/ein Klavier/sonstige Immobilien) werfen kann. "

Schwerin, das

Sammelbegriff für alle Arten von außerordentlich unvorteilhaften und sonderbaren Kleidungsstücken, deren Träger steif und fest behaupten, das Zeug sei der allerletzte Schrei.

Schwerz, der

Ein Witz, den der Erzähler wundervoll und vielversprechend einleitet, dann jedoch derartig ausschmückt, daß man beide nach spätestens einer halben Stunde gründlich satt hat.

Schwichteler, der

Jemand, der bei der Schilderung seiner Lebens, und Karriereumstände das Blaue vom Himmel herunterlügt, um seine Eltern aufzuheitern.

Schwollen (V.)

Sich nostalgisch nach etwas sehnen, wobei das Sehnen angenehmer ist als der ersehnte Zustand selbst.

Sellerich, der

Der grüne Kunstrasen, auf dem Gemüsehändler ihre Waren auslegen.

Sensau, der

Der scharfe Blick, der einem sagt: "Hör sofort auf, diese Frau anzuquatschen."

Sensine, die

Als Sensine bezeichnet man das fahrige Ausführen von Schneidebewegungen mit leeren Händen, das man in der stillen Hoffnung, es möge etwas nützen, an den Tag legt, wenn man auf der Suche nach einem Dosenöffner oder einer Schere durch die Wohnung irrt.

Seppensen(V.)

Als Nicht-Bayer ohne jegliche Aussicht auf Erfolg versuchen, mit Hilfe von Gamsbarthüten, Lederhosen und komischen Strümpfen wenigstens einen Hauch weniger preußisch zu wirken.

Sichtigvor (Adj.)

Auf äußerst tückische Art und Weise unvorsichtig. Als sichtigvor bezeichnet man z.B. einen Menschen, der andere Leute durch die geschönte Darstellung von Sachverhalten ("Absolut null Risiko, Mann") dazu bringt, idiotische Geldanlagen zu tätigen oder sich in gefährliche Situationen zu begeben, um dann selbst im letzten Moment den Kopf einzuziehen und die armen Schweine, die ihm vertraut haben, ihrem schrecklichen Schicksal zu überlassen.

Siegelsum, die

Eine besondere Fliegenart, die ausschließlich in doppelt verglasten Fenstern lebt.

Sieversen, das

Ein meist mehrtägiger, äußerst frustrierender kreativer Prozeß, in dessen Verlauf ein Angestellter zahllose Versuche unternimmt, ein Julklapp-Gedicht für seinen Chef zu verfassen, das weder beleidigend noch allzu kriecherisch ist - um im Falle der späteren Entlarvung nicht entweder gefeuert oder von seinen Kollegen geschnitten zu werden.

Silixen, das

Eine Krankheit, die ausschließlich künstliche Pflanzen befällt.

Sillium, das

Konversationsmaß. Ein Sillium ist definiert als die Summe aus Länge, Lautstärke und Peinlichkeit einer Behauptung, die man in genau jenem Augenblick aufstellt, da sämtliche anderen im Raum befindlichen Personen ohne ersichtlichen Grund gleichzeitig verstummen.

Simplon, der

Die Art Mensch, die einen Brief mit der Aufschrift "Vielleicht haben Sie schon jetzt eine Million gewonnen!" aufgeregt öffnet.

Sindelfingen (V.)

In der Küche stehen und sich fragen, weshalb man sie eigentlich betreten hat.

Skaup, die

Eine seit längerem nicht benutzte Perücke.

Solingen (V.)

Vorgeben, man sei stolz, ein Single zu sein.

Solothurn, der

Post-masturbative Depression.

Someo, der

Jemand, der für die Beerdigung seines Hundes mehr ausgibt als für die seines Ehepartners.

Sontra (Adj.)

Verständnisvoll, ruhig, absolut beherrscht und gleichzeitig unglaublich fies. Beschreibt den Tonfall, zu dem besonders geschickte Menschen greifen, wenn Sie jemandem durch die Blume mitteilen, daß sie all das, was er in der letzten Viertel, stunde so vehement vorgetragen hat, für kompletten Schwachsinn und ihn selbst bestenfalls für einen zurückgebliebenen Affen halten.

Spandowerhagen, der

Jemand, der sich einen Fernsehsessel ans Fenster zieht, sich behaglich hineinkuschelt und dann den Leuten von gegenüber beim Ausziehen zusieht.

Spasskoje, die

Versuch, eine französische Matratze über eine Wendeltreppe abwärts zu manövrieren.

Spay, das

Eins von diesen Sprühdingern, mit denen man Bügelbretter befeuchtet.

Spornitz, das

Kombination aus kurzen, hilfreichen Grunzlauten, Kopfnicken, aufmunterndem Lächeln, Hochziehen der Augenbrauen und interessierten Pausen. Zu beobachten bei Leuten, die einen wirklich schlimmen Stotteter bewegen wollen, seinen letzten Satz zuende auszuspucken.

Sportgastein (Adj.)

Abenteuerlustig genug, bei einer Party nicht den gesamten Abend in der Küche zuzubringen.

Sprakel, das

Der spitze Holzkamm, der nach dem Umknicken eines noch nicht vollständig durchgesägten Baumstammes aus dem Stumpf ragt.

Spratzern (V.)

Anderen Leuten beim Sprechen halbzerkaute Brotkrümel oder kleine Fischstückchen ins Gesicht prusten.

Sprötze, die

Mischung aus Zahnpasta und Speichel in einem Waschbecken.

Stadtprozelten (V.)

Einen mit aufgenähten Städtewappen verzierten Anorak in der Hoffnung tragen, dadurch weltoffener zu wirken,

Staffelstein, der

a.) (Veraltet:) Mittelalterliches Sportgerät. Der Staffelstein wurde bei Staffelläufen anstelle des heute gebräuchlichen Stabes weitergereicht. Da der wegen seines hohen Gewichtes (38,5 Kilo) etwas unhandliche Stein nach 1494 keine Verbesserung der 4 x 100-Meter-Weltrekordzeit (27,08 Minuten) mehr erlaubte, kam es zu Unruhen in der Bevölkerung (Läuferkrieg von 1502), die allerdings von Funktionären blutig niedergeworfen wurden.

b.) Bezeichnung für einen Sportfunktionär, der all seinen Einfluß geltend macht, um Frauensport zu verhindern oder die Abseitsregel aufrechtzuerhalten.

Stampa, das

Geräusch eines Radiergummis, das in einem sehr stillen Zimmer vom Schreibtisch gefallen ist und auf einem Parkett, oder Linoleumboden langsam zur Ruhe kommt.

Stanzach, der

Jemand, der a.) kräftig und b.) nicht besonders geschickt im Umgang mit Schreibmaschinen ist, so daß seine vollgetippten Seiten aussehen, als habe sie jemand mit einer Schrotflinte bearbeitet.

Staubing, der

Einer der zahlreichen funktionsuntüchtigen Kugelschreiber in der Schreibschale.

Stauchitz, der

Ein hitziger Streit, der zwischen einem Pärchen auf der Rückfahrt von einer Party ausbricht, bei der beide wegen der anderen Gäste entsetzlich nett zueinander sein mußten. (s. a. Merzig)

Stausacker, der

Jene Person, die vor einem an der Supermarktkasse steht, gerade den Inhalt eines durchhängenden Einkaufswagens auf das Laufband entladen hat und sich nun verzweifelt zu erinnern versucht, in welcher Tasche beziehungsweise Hose sie ihr Scheckheft gelassen hat.

Steinbild, die

Unsicherheit, nachdem man mit stechenden Nierenschmerzen beim Arzt war und sich den heiter-unbesorgten Rat abgeholt hat, man solle sich deswegen nicht naßmachen.

Steinwedel, der

Der kleine Untersetzer auf einer Kneipentheke, der angeblich saugfähiger ist seine Unterlage, aber nicht als jeder beliebige Jackettärmel.

Stempeda, die

Eine Herde Arbeitslose, die sich aus unerfindlichen Gründen in die gleiche Richtung bewegt, und zwar meistens zur Hauptverkehrszeit. In Großstädten tragen Stempeden allmorgendlich dazu bei, daß 50% der Beschäftigten durchschnittlich fünf Minuten zu spät kommen. Die hierdurch verursachten wirtschaftlichen Verluste entsprechen nach Schätzungen der BfA annähernd der jährlich ausgezahlten Arbeitslosenhilfe.

Stobra, die

Populäres osteuropäisches Freiluftspiel. Gewinner ist, wer lange genug aufrecht steht, um die Spitze der Schlange vor der Schlachterei zu erreichen, während die Verlierer ihre Spielsteine (Badewannenstöpsel) auf dem Schwarzmarkt verpfänden müssen.

Stockum (Adj.)

Unfähig, selbst kleinste Entfernungen auf natürliche Art und Weise zurückzulegen. Beschreibt die geistige Verfassung eines Menschen, der mit dem Fahrstuhl in den ersten Stock fährt.

Stöbritz (Adj.)

Verdutzt, verschlagen und ein bißchen verlegen, Beschreibt den Gesichtsausdruck eines Menschen, der sich ganz offen, sichtlich nicht an den Namen desjenigen erinnern kann, der ihn gerade wie einen uralten Freund angesprochen hat.

Stölpchen, das

Eine mit Rüschen verzierte Häkelmütze für Ersatz-Toilettpapierrollen.

Stölpchen

Störnstein, der

Ein kleiner Kiesel, der sich unter der Einlage eines Schuhs festgesetzt hat und einem bei jedem Schritt Schmerzen verursacht, sich jedoch weder mit den Fingern ertasten noch herausschütteln läßt.

Stötten (V.)

Theaterbesucher zur Weißglut treiben, indem man als Besitzer einer Karte für einen Platz in der Reihenmitte nicht bloß zu spät kommt, sondern sich auch noch bei jedem der betroffenen Zuschauer lautstark entschuldigt und ihr oder ihm freundschaftlich auf die Schulter klopft.

Stolk (Adj.)

In der richtigen Stimmung, mit einem Stock lustig durch irgendwelche Büsche zu dreschen.

Stomtnein (V.)

Ein Lineal mit dem einen Ende auf eine Tischplatte pressen und dem anderen Ende ein lautes Bbddbbddbbrrbrrrddrr entlocken.

Stoob, das

Ein besonders schwerer, nasser Schneeklumpen, der unsicher auf einer Vordachecke balanciert und auf den richtigen .Augenblick zum Abstürzen wartet. (Aus der altsibirischen Sage "Das Damokles-Stoob".)

Stopperich, der

Das fünfte Rad am Wagen.

Stotel, das

Ein eingeschlafenes Bein, das man hinter sich herschleifen muß.

Stotzard, der

Linkischer Watschelgang, der bei Personen zu beobachten ist, die es furchtbar eilig haben und versehentlich zu zweit oder zu dritt in den gleichen Abschnitt einer Drehtür geraten.

Straßgräbchen, das

Poetische Umschreibung für die Furche, die am Hinterteil eines Arbeiters über den Hosenbund lugt.

Striefen (V.)

Nasse Haare kämmen.

Stripfing, der

Eine der kleinen Rattanflocken, die ein nervöser Gast von einem Rohrstuhl pult und auf den Teppich darunter fallen läßt, um so dem Gastgeber zu signalisieren, daß genau dieses Möbelstück binnen kürzester Zeit nur noch an eine gigantische Bleistift-Anspitz-Aktion erinnern wird.

Strittmatt, das

Der Augenblick, in dem zwei verbissen miteinander diskutierenden Menschen auffällt, daß sie von nun an nur noch entweder a.) ihre bereits vorgebrachten Argumente wieder, holen, b.) auseinandergehen oder c.) handgreiflich werden können.

Strobl, der

Wissenschaftliche Maßeinheit für Lichtstärke: 1 Schimmer = 100.000Strobl. Die Taschenlampen von Platzanweiserinnen verfügen ab Werk über eine Lichtstärke von 2,5 bis 4 Strobl und versetzen die Damen so in die Lage, einem entweder dabei behilflich zu sein, eine Treppe hinunterzustürzen, auf andere Leute zu treten oder den Wandbehang abzureißen.

Strübbel, der

Ein kleiner Hund, der an eine Fußmatte erinnert und auf den ersten Blick einen ziemlich toten Eindruck macht.

Strübbel

Strümp, das

Die Hautfläche, die beim Hinsetzen zwischen Sockenoberkante und Hosensaum freigelegt wird. "Der Herzog von Ilford warf sich auf das Sofa und entblößte vor den Augen der verwitweten Lady Ingastone schamlos seine Strümpe" - Barbara Cartland, Komme bald, fremder Ritter

Struppen (V.)

In einer Illustrierten herumfummeln, um all die hineingeklebten Werbe-Antwortkärtchen herauszureißen, die einen an der ungestorten Lektüre hindern.

Stuckenborstel, die (Pl.)

All die flachen, eigenartig geformten Teigpfropfen, die nach dem Ausstechen von Wheinachtskeksen auf dem Tisch zurückbleiben.

Stübig (Adj.)

Vorühergehend unfähig, etwas anderes zu tun, als zu Hause vor dem Fernseher zu hocken und den Nachmittag zu verschenken, indem man sich einen alten Spielfilm ansieht. (s.a. Niesgrau)

Stulln (Adj.)

Das Gegenteil von "durstig".

Stumpertenrod (Adj.)

Beschreibt den Gesichtsausdruck und die Gesichtsfarbe während der Peinlichen Stille nach einer absolut unpassenden Bemerkung am Telefon.

Sülzenbrücken (V.)

Einen Gastredner oder Stargast mit einer endlosen Reihe von haarsträubend schleimigen Komplimenten abkündigen.

Süsel (Adj.)

Beschreibt die Gemütsverfassung, in der man das, was man gerade versucht, genauso gut sein lassen kann, weil man es sowieso nicht hinkriegen wird.

Suhl, der

Jemand, der mit Ausnahme der Bratpfanne, der Käsereibe und des Topfes, in dem die Schokoladensoße zubereitet wurde, alles abwäscht.

Sulzschneid, der

Ein Mensch, der eine Frage stellt und dabei aussieht, als interessierte ihn die Antwort, sich dann jedoch schon nach den ersten Worten mit der Bemerkung: "Ich sag Ihnen auch gern, weshalb ich das frage" vorbeugt und anschließend eine geschlagene Stunde ohne Punkt und Komma redet, (s.a. Blunk)