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Wachseldorn, der |
Die klebrige, unerbittlich länger werdende, tropfende Wachsnase an der Seite einer brennenden Billig-Kerze. | |
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Wachtendonk (Adj.) |
Nach dem nächtlichen Einschalten einer Lampe vorübergehend erblindet. | |
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Wadern (V.) |
Mit zunehmender Frequenz das Standbein wechseln, weil man dringend auf die Toilette muß, während der Person, mit der man gerade spricht, immer wieder etwas einfällt, was sie abschließend noch loswerden muß. | |
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Wagenhoff, der |
Jemand, der tollkühn bis zum allerletzten Augenblick auf eine bessere Silvestereinladung spekuliert. | |
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Wagenitz, der |
Kolonne von Autos, die mit exakt gleicher Geschwindigkeit über eine Landstraße schleichen, weil eines von ihnen ein Polizeiwagen ist. (s. a. → Ansprung) | |
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Waggum, das |
Gefühl völliger Leere, das sich unmittelbar nach der Erkenntnis ausbreitet, daß man in dem Zug, dem man gerade geduldig beim Verlassen des Bahnhofs zugesehen hat, eigentlich sitzen müßte. | |
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Wambeln (V.) |
Das unfreiwillige Magenblubbern, mit dem man die Stille ausfüllt, die dem vertraulichen Geständnis eines Gesprächspartners folgt. | |
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Wankum, der |
Der Mann in der Eck-Kneipe, der ständig irgendwelchen Leuten auf die Schulter haut, als seien sie seine ältesten Saufkumpane, in Wirklichkeit jedoch weder Saufkumpane noch andere Freunde hat, und zwar in erster Linie wegen seines oben erwähnten Verhaltens. | |
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Wanzer, der |
Ein Volkstanz. Die beiden Partner nähern sich einander auf einem Gehweg und versuchen höflich, auszuweichen. Sie machen einige kleine Schritte nach rechts, dann einige Schritte nach links, entschuldigen sich, machen erneut einige Ausfallschritte nach links, stoßen zusammen und wiederholen das Ganze so oft wie unnötig. | |
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Warin (Adj.) |
Bezeichnet jene besondere Art von Antiquiertheit, die ausschließlich Dingen anhaftet, die ursprünglich futuristisch aussehen sollten. | |
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Warnitz, das |
Eine Alarmanlage für den täglichen Gebrauch. Warnitze sind dermaßen clever konstruiert, daß sie von morgens bis abends klingeln und schrillen können, ohne irgendwelche Nachbarn zu stören. Ein anderes Warnitz~Modell findet man häufig an Geschäfts, gebäuden in reinen Wohngebieten. Diese Warnitze gehen regelmäßig freitags um 17.30 Uhr los und werden jeweils am Montagmorgen um 9.20 Uhr wieder abgestellt. | |
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Warwerort, der |
Sammelbegriff für alle Städtchen und Dörfer, die in Werbebroschüren und durch Gedenktäfelchen an Häuserwänden ausdrücklich darauf hinweisen, daß z.B. Mozart auf der Durchreise genau hier aus der Kutsche gestiegen ist, um sich zu strecken. | |
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Wassermungenau, das |
Das vorsichtige, einhändige Umverteilen von heißem Wasser in einer Badewanne. | |
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Watislaw, die |
(Norddt.:) Eine niemals endende Zusammen-Getrennt-Beziehung. | |
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Wattenscheid (Adj.) |
Aufgrund einer mehrstündigen Einkommensteuer-Diskussion mit einem Finanzbeamten oder Steuerberater geistig vollkommen am Boden zerstört. | |
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Wattwil, das |
(Lediglich bei Personengruppen zu beobachten, die gerade zusammen im Kino waren:) Planlos auf dem Gehweg herumstehen und halbherzig darüber diskutieren, ob man entweder a.) zum Chinesen gehen soll, der ganz in der Nähe ist, oder b.) zum Inder, der angeblich prima ist, nur daß keiner weiß, wie man hinkommt, oder c.) einfach nach Hause oder d.) doch zum Chinesen, der ganz in der Nähe ist - bis man sich schließlich einigt und feststellt, daß mittlerweile sämtliche Restaurants geschlossen haben. (s. a. → Bosseborn) | |
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Wauwil, der |
Ein kleiner, auf das Schnüffeln im Intimbereich abgerichteter Jagdhund. | |
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Weer, das |
Eine Visitenkarte in der eigenen Brieftasche, an deren Besitzer man sich beim besten Willen nicht erinnern kann. | |
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Weggis, das |
Der sichere Platz, an dem man etwas versteckt, um ihn anschließend zu vergessen. | |
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Wehdem, der |
Der Luftzug zwischen zwei Hinterteilen, die einander nicht berühren wollen.
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Wehrda (Adj.) |
Aufgrund einer einschneidenden beruflichen Veränderung nicht mehr zurechnungsfähig. Beschreibt den Geisteszustand eines in den Ruhestand versetzten Hauptmanns, bevor man ihn aus seinem Büro transportiert. | |
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Weiach, das |
Unnachahmliches, eingefrorenes Grinsen einer Mutter, die in Gesellschaft von ihrem kleinen Kind "Mammi, was'n das hier?" gefragt wird und eigentlich antworten müßte: "Äh... ein Kondom, Tommi-Spatz." | |
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Weiler in der Ebene, der |
(Selten:) Jemand, der bei einem Familienstreit bei der Sache bleibt. | |
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Weißpriach, der |
Einer jener gutgehauten jungen Männer, die bei Hochzeiten breit grinsend herumstehen und so den Eindruck erwecken, daß sie die Braut schon ziemlich lange ziemlich gut kennen. | |
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Wellmich (Adj.) |
Nicht naß, aber auch nicht trocken, nachdem man sich mit einem feuchten Handtuch abzutrocknen versucht hat. | |
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Wendessen, das |
Das, was von einem Pfannkuchen oder Steak übrigbleibt, wenn während der Zubereitung das Telefon klingelt und man aus irgendwelchen Gründen nicht sofort wieder auflegen kann. | |
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Wenigentaft, das |
Sammelbegriff für alle Haarbüschel, -schöpfe, -locken und -fussel, die sich eitle Männer über die Geheimratsecken ins Gesicht fegen. | |
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Wesel, der |
Korrekte Bezeichnung für einen Lehrling im Obst- und Gemüsehandel, dessen Hauptaufgabe darin besteht, die Früchte immer so auf dem → Sellerich zu arrangieren, daß die verfaulte Seite unten liegt. | |
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Wesuwe, der |
Jemand, der morgens plötzlich und unerwartet aus dem falschen Schlafzimmer hervorbricht. | |
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Wichterich, der |
Ein armseliger kleiner Knallkopf, der durch intensives Pfeifennuckeln und verschmitze Blicke den Eindruck zu erwecken sucht, er sei unendlich weise und einen Meter neunzig groß. | |
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Wien (V.) |
Jemanden nuschelnd ansprechen, weil man sich nur an den Anfangsbuchstaben seines Namens erinnern kann. | |
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Wiesbaden (V.) |
Schmeichelhafte Umschreibung: Die Genitalien in einem Waschbecken säubern. | |
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Wiesloch (Adj.) |
Im Begriff herauszufinden, welcher der beiden Ärmel eines Sweatshirts in sich verdreht ist, wenn man das Sweatshirt schon halb angezogen hat. | |
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Wieste, die |
Der schreckliche Augenblick im Anschluß an ein → Kellinghusen, in dem ein Sprecher abwägt, ob er seine amüsante Bemerkung wiederholen soll, obwohl niemand gelacht hat. Man befindet sich mitten in einer Wieste, wenn man sich fragt, ob vielleicht nur niemand mitbekommen hat, was man gerade sagte, oder niemand die Bemerkung lustig fand - was das Kellinghusen erklären würde. | |
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Wildenwart, der |
Zeitraum, den man auf einem Bahnsteig verbringt, während etliche U-Bahnen hör- aber nicht sichtbar und wahrscheinlich ohne Passagiere durch irgendwelche Tunnel donnern. | |
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Willich, der |
Ein Mensch, der sich jedesmal, wenn Nahrungsmittel auf eine beliebige Anzahl von Personen verteilt werden, das überzählige Stück nimmt. | |
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Willisau, die |
Jemand, für den Hygiene mit dem Gesichtwaschen aufhört. | |
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Wilsdruff, der |
Ein gräßlicher Bluterguß im Gesicht, auf den einen netterweise niemand anspricht, weil alle Welt davon ausgeht, daß man ihn sich bei einer Schlägerei mit seiner Gattin resp. seinem Gatten zugezogen hat, obwohl der Fleck tatsächlich von der Kollision mit einem Türrahmen herrührt. Es ist vollkommen sinnlos, diesbezüglich die Wahrheit zu sagen, weil einem sowieso niemand glaubt. | |
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Wimmis, die (Pl.) |
Unterdrückte, verzweifelte Klagelaute von jemandem, der z. B. ein → Frenz einzufädeln versucht oder mit dem Schicksal hadert, weil er gerade einen → Exter entdeckt hat. | |
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Windischletten(V.) |
Eine Salzstangentüte zusammenpressen, um sie zu öffnen, und damit erreichen, daß sie an der Unterseite platzt. | |
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Winzeln, das |
Der unerträgliche Tonfall jener ewig grinsenden Vollidioten, die Spielshows mit Kindern moderieren. | |
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Wippra, der |
(Veraltet:) Jemand, der seine landesweite Berühmtheit der Tatsache verdankt, daß er ständig auf → Schloßvippachs hereinfällt. (s. a. → Dötra, → Övelgönne, → Rüstorf.) | |
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Witterschlick, der |
Das gräßliche Zeug an den Außenwänden vernachlässigter Mietshäuser. | |
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Wöbbel, das |
Eine Luftblase unter der Tapete. | |
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Wörgl, der |
Der Darmring um eine Salamischeibe. | |
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Wohlerst, der |
Ein Mann, der sich einen Dreck um den → Niederkam schert. | |
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Wohlstreck, der |
Der tiefe und friedvolle Schlaf, in den man genau zwei Minuten vor dem Klingeln des Weckers fällt. | |
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Wolfhalden, die (Pl.) |
Fahrrad-Schrottplätze. | |
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Wollingst, der |
Die spitze, zeltartige Erhebung in der Bettdecke, mit der ein Mann seiner Partnerin signalisiert, daß sie jetzt seiner Ansicht nach langegenug im Badezimmerschränkchen herumgefummelt hat und endlich ins Bett kommen sollte. | |
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Woserin, der |
Ein Mensch, der ausgedehnte Abschnitte seines Lebens mit der Suche nach Autoschlüsseln zubringt. | |
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Wrohm, der |
Jemand, der so tut, als wisse er nicht, daß sein Auspuff abgefallen ist. | |
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Würgassen, die (Pl.) |
Vom Tragen zu enger Socken verursachte Einschnitte oberhalb der Fußknöchel. | |
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Wüstenrot, das |
Jener Ton auf der Farbtafel eines Malers, der ganz objektiv Orange ist. | |
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Wuppertal (Adj.) |
Nicht mehr überzeugt, daß man die Schwierigkeiten, denen man sich so optimistisch gestellt hat, auch tatsächlich meistern kann. | |