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Malente (Adj.) |
Hundertprozentig überzeugt, schwer krank zu sein, obwohl das Thermometer das Gegenteil behauptet. | |
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Malix, der |
Der ausgetrocknete Filzstift, der mit einem Band am Pinboard in der Küche befestigt ist, seit Menschengedenken nicht funktioniert hat und trotzdem von niemandem weggeschmissen wird. | |
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Mamming, das |
Eine dicke, fiese, häßliche, behaarte Frau, die einen dicken, fiesen, häßlichen, nackten Hund spazieren führt. | |
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Manno (Adj.) |
Erstaunt darüber, was einem andere gerade mal wieder haben durchgehen lassen. | |
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Mantscha, der |
Jener Teil eines Mantels, der nach dem Schließen einer Autotür auf der Straße hängt. | |
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Marschacht, der |
Das Loch ohne Boden, in das man während einer Begegnung langen Flur fällt, wenn den beiden Beteiligten bewußt wird, daß sie sich viel zu früh, nämlich gut dreißig Meter voneinander entfernt, zum → Marschalling entschlossen haben - und zwar, weil beiden der bevorstehende → Marscheid entschieden zu blöd war. Da ihnen nun jedoch nur noch die, Fassade bleibt, um aus dem Marschacht herauszukommen, werden sie ihre Entscheidung mit Sicherheit bereuen. | |
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Marschalling, der |
Der kritische Moment des vorgeblichen Erkennens nach einem, → Fürth. Obwohl beide Personen sich der Tatsache vollkommen bewußt sind, daß sich jemand Bekanntes nähert, müssen sie irgendwann plötzliches Erkennen heucheln. In diesem Augenblick setzen beide ein glasiges Lächeln auf, als hätten sie einander eben gerade erst bemerkt, und rufen freudig überrascht "Hallllooool", als wollten sie sagen: "Meine Güte! Sie! Hier! Ausgerechnet! Das hätte ich ja nie. Mönsch! Da wird ja der Hund in der Pfanne!" Usw. usf. | |
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Marscheid, der |
Um den Schrecken der → Passade zu entgehen, besinnt man, sich üblicherweise auf den Marscheid. Hierbei handelt es sich um ein feiges, indes großes Können voraussetzendes Vorgehen, bei dem die beiden Beteiligten während der Annäherung weiterhin beharrlich so tun, als hatten sie den jeweils anderen nicht erkannt - und zwar, indem sie verbissen auf ihre Schuhe starren, mit verzerrtem Gesicht in einem Notizbuch blättern oder eingehend die Wände betrachten, als seien sie vorübergehend schwer verhaltensgestört. (s. a. → Fürth, → Marschacht. , → Marschalling, → Passade,) | |
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Matschiedl, die (Pl.) |
Jene Gegenstände und Partikel, nach denen Leute, die sich gerade die Nase geputzt haben, in ihren Taschtentüchern Ausschau halten. | |
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Mauloff, das |
Ein schlecht unterdrücktes Gähnen. | |
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Meckel, der |
Ein unter dem Verschluß eines Marmeladenglases auf den Rand geschweißtes Stück Alufolie. | |
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Meinern (V.) |
Wiederholt wahnsinnig aufgeregt darauf hinweisen, daß die eigene Idee besser war als jene, die jemand anders unmittelbar zuvor kundgetan hat. | |
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Meineweh, der |
Jemand, der nie eigene Vorschläge macht, sondern eigentlich immer genau das machen möchte, was man selbst gerade machen möchte. | |
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Melano (Adj.) |
Beschreibt die Stimmung, die Cartoonisten ausdrücken, indem sie den Mund einer Figur als Wellenlinie zeichnen. | |
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Memmingen (V.) |
Das Selbstwertgefühl eines Mannes mit der Behauptung stärken, man sei außerstande, den Schraubverschluß eines Marmeladen- oder Gurkenglases zu öffnen. | |
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Merkenich, der |
Jemand, der jemand anderem eine äußerst amüsante Geschichte erzählt, ohne sich daran zu erinnern, daß er sie ursprünglich von genau diesem jemand gehört hat. | |
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Merklin, der |
Ein Mensch, der es auf wundersame Art und Weise immer wieder fertigbringt, aus → Überhamm ein fürstliches Mahl zu zaubern oder anderen Leuten mit preiswerten, daher aüßerst passenden Geschenken eine Riesenfreude zu bereiten. | |
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Merzig (Adj.) |
Beschreibt das Gesamtgebaren eines Partygastes, der gleichzeitig der versammelten Gesellschaft zu verstehen gibt, wie toll er sich amüsiert, und seiner Begleiterin oder seinem Begleiter signalisiert, daß er sofort nach Hause will. Dieses merzige Verhalten mündet häufig in einen äußerst unerfreulichen → Stauchitz. | |
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Mettmann, der |
Jemand, der ein indisches Restaurant besucht und Currywurst mit Pommes bestellt. | |
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Metzels, die (Pl.) |
Sämtliche Bestandteile von Fleischgerichten, die anatomisch problemlos zuzuordnen sind. | |
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Mietraching, der |
Militante Gegenbewegung zum Ring Deutscher Makler, hervorgegangen aus dem Mieterschutzbund. Die Mitglieder des Mietrachings halten sich nicht mehr mit → Eisenspaltereien auf, sondern greifen sofort zu Teer und Federn. ( s.a. → Schwand) | |
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Mitlödi (Adj.) |
Gleichgültigkeit heuchelnd. Beschreibt das Verhalten von jemandem, der sich zu etwas überreden läßt und dabei so tut, als sei es ihm vollkommen egal. | |
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Mödesse (Adj.) |
(Frz.:) Die Anordnung der Möbel in der eigenen Wohnung (oder die Möbel selbst) satt habend. (s. a. → Niesgrau) | |
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Mönchsdeggingen, das |
Das Haarbüschel, das ein Novize nach dem Tonsurschnitt behält und - nachdem er es mit einem Gummiband zusammengbunden hat - zum Verscheuchen von Ameisen benutzt. | |
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Mörel, das |
Das grüne Endstück einer Karotte. | |
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Moers, der |
Ein Bauarbeiter, der seine Position ausnutzt, indem er von einer hochgelegenen Gerüstplattform aus Mörtelklumpen auf die Köpfe achtlos vorbeischlendernder Passanten fallen läßt. | |
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Mörse, die |
Die komische versteckte Tasche, die immer die Zugfahrkarten auffrißt. | |
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Mörtschach, der |
(Fachbegriff aus dem Hochbau:) Eines jener Rohre aus gelben Plastikmülleimern, das Bauarbeiter benutzen, um Steine, Schutt, Mörtel und notfalls ehemalige Bewohner aus dem obersten Stockwerk eines Hauses nach unten zu befördern. | |
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Mösern (V.) |
Ständig ungefragt behaupten, alle Männer wollten 24 Stunden täglich nur das eine, weil man noch nie einen getroffen hat, der es wenigstens eine Minute lang von einem gewollt hätte. | |
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Molln (V.) |
Ein Klavier bewegen. | |
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Mondada, der |
Jeder Siebzehnjährige, der sich mit nichts anderem als Lego und Computern auskennt. | |
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Moorausmoor, das |
Chemisch-ökonomische Variable, definiert als Np (Nutzen einer Produktentwicklung) minus Kp (Kosten einer Produktentwicklung incl. gehäuteter, vergaster und totgeschminkter Tiere sowie verkrüppelter Kinder); bei sämtlichen nach 1950 eingeführten Chemieerzeugnissen im Ergebnis bestenfalls Null. | |
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Moosen (V.) |
Sich so unsäglich langweilen, daß man nur noch reglos und resigniert auf dem Sofa sitzen und deprimiert die Tapete an, glotzen kann. | |
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Morschen, das |
Das unendlich traurige Gefühl, das sich beim Durchqueren einer Ansammlung von glücklichen Menschen einstellt, die durch die Bank fünfzehn Jahre jünger sind als man selbst. Bei allzu häufiger Wiederholung führt dies unweigerlich zu einem ernstzunehmenden → Baltrum-Anfall. | |
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Morsum, das |
Eine Telefonnummer, die man unbedingt braucht, aber gerade nirgendwo finden kann, weil man sich vor zwei Jahren hoch und heilig geschworen hat, mit der dazugehörigen Person nie wieder zu reden. | |
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Morteratsch (Adj.) |
Besorgt, einen fatalen, nie wieder korrigierbaren Fehler am eigenen Leibe begangen zu haben. Beschreibt die seelische Verfassung eines Mannes, der den Reißverschluß seiner Hose gerade allzu achtlos hochgezogen hat. | |
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Moskau, der |
Jemand, der sich unmittelbar nach dem Platznehmen an einem Restauranttisch erwartungsvoll die Hände reibt und eine Serviette um den Hals knotet. | |
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Müllrose, die |
(Poet.:) Ein Mensch, der einem den letzten Nerv tötet, indem er ständig übernächtigt (und - falls maskulin - unrasiert) zu gesellschaftlichen Anlässen erscheint und trotzdem hundert, mal hinreißender aussieht als alle anderen. | |
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München (V.) |
Batterien mit der Zungenspitze testen. | |
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Mützel (Adj.) |
Bemüht, sich von den Auffassungen eines Menschen, mit dem man sich keinen Streit erlauben kann, nicht auf die Palme bringen zu lassen. | |
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Mummelgum, das |
Eine gesundheitsgefährdende Substanz, die sich an die Finger erfolgreicher Grabplünderer heftet. | |
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Mumpf, das |
Ein Speisewagen-Sandwich, das durch regelmäßiges Waschen und anschließendes Versiegeln in frischer Klarsichtfolie weich gehalten wird. | |
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Mutlangen (V.) |
Eine unfertige Arbeit abgeben oder einreichen und hoffen, daß es niemand merkt. | |