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Radbruch, das |
(Nur bei Touristen:) Ein Menü, das man nicht bestellen wollte, aber offenbar bestellt hat, weil man seiner Begleiterin beweisen mußte, wie gut man die Landessprache beherrscht, also z.B. gedünsteter Traktor. | |
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Raddusch, die |
Horizontale Cassettenlawine, die beim schnellen Durchfahren einer scharfen Kurve durch den Innenraum eines Autos poltert. | |
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Radevormwald (Adj.) |
Nicht wissend, was man als nächstes tun soll, nachdem man gerade aus irgendeinem Raum oder Gebäude gestürmt ist. | |
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Radis, der |
Der kurze Rundgang durch den Garten oder Park, in dessen Verlauf ein Vater seinem Sohn einen Vortrag über Die Wichtigen Dinge im Leben hält. | |
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Raffelding, das |
Jenes Teil im Staubsaugerinneren, das für das Zurückziehen des Kabels zuständig ist. | |
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Raguhn,das |
Ein störend aus etwas wesentlich größerem ragender Klumpen. Unter anderem:
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Rammeldange (Adj.) |
(Nur bei Frauen:) Aufgrund diverser ernüchternder Erlebnisse mit unsensiblen Männern sexuell desinteressiert. (s. a. → Wohlerst, → Niederkam) | |
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Rannungen, die (Pl.) |
Die ausgedehnten Schweißflecken auf der Rückseite des T-Shirts eines arbeitenden Menschen.
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Rantum, das |
Maßeinheit. Entspricht 0,0000176 Milligramm. Ein Rantum ist definiert als die Buttermenge, mit der man einhundert Scheiben Brot bis zu einer Tiefe von exakt einem Molekül bestreichen kann. Hierbei handelt es sich um die gesetzlich genehmigte Maximalmenge in norddeutschen Schnellimbissen. | |
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Raschau, der |
Sehr kurzer, verschmitzter Seitenblick, den man in größerer Runde jemandem zuwirft, mit dem man ein Geheimnis teilt. | |
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Realp, der |
Der gräßliche Augenblick, in dem einem klar wird, daß die Katastrophe tatsächlich eingetreten ist, die sich durch den → Panitzsch angekündigt hatte. | |
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Rechtis, die |
(Med.:) Zwanghafte Unfähigkeit, sich selbst oder anderen einzugestehen, daß man sich geirrt hat oder im Unrecht ist. Normalerweise das, woran ein → Außerfragant leidet - oder besser gesagt, seine Umwelt. | |
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Reckahn, der |
Ein Vorfahr, dessen Karriere einem bei der Erreichung der eigenen bescheidenen Ziele ständig im Weg ist, weil alle Welt einem permanent vorhält, wie wenig man - verglichen mit dem Reckahn bisher erreicht hat. Reckahnen sind in der Regel die Ursache dafür, daß Musikersöhne Klempner, Schriftstellertöchter Schauspielerinnen und Klempnersöhne Politiker werden. | |
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Rednitzhembach, der |
Jemand, dem man unter dem Siegel der Verschwiegenheit Informationen zukommen läßt, die man gern verbreitet wüßte. | |
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Reiherholz, das |
Jedes buntbezogene oder schrill furnierte Möbelstück, das die "Schöner-Jünger-Schneller-Wohnen-Möbelprospekte" als "letzten Schrei der Wohnkultur" preisen. | |
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Reinach, der |
Jemand, der vor dem Verlassen seines Arbeitsplatzes den Locher und den Hefter parallel zur Schreibtischunterlage ausrichtet und alle Stifte an ihren Platz zurücksteckt. Wenn Reinachs in den Urlaub fahren, polieren sie ihre Wohnungen vorher auf Hochglanz, damit sie sich im Falle eines Unfalls mit Todesfolge nicht zu Tode schämen müssen. | |
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Reinfeld, das |
Eine Wiese, die im Vorbeifahren als idealer Ort zum Picknicken auserkoren wird und sich nach dem Hinsetzen als stoppeliger, staubiger, kuhfladiger Acker erweist, auf dem man sich unmöglich wohlfühlen kann. | |
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Reit im Winkl, das |
Zum Leidwesen von Orthopäden nicht mehr praktizierte Stellung aus dem Kamasutra. | |
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Rigolet, das |
Soviel von einer Oper, wie die meisten Leute ertragen können. | |
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Rindern (V.) |
(Bei Nachrichtensprechern:) Unbeeindruckt weiter in die Kamera starren, obwohl die Regie schon seit einiger Zeit zur Kollegin vom Sport umgeschaltet haben müßte. | |
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Rockolding, der |
Das alte, struppige Jackett eines Lehrers, das mittlerweile von Kreidestaub, Tinte, Ei und den Rückständen chemischer Experimente stark verfärbt ist. | |
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Röhrenfurth, der |
Übeltiechender, einer U-Bahn durch den Schacht vorauswehender Luftzug. | |
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Römershag, der |
Ein Zigaretten- oder Pfeifentabak, der im Falle seiner Entzündung die gleiche Wirkung auf in der Nähe befindliche Personen hat wie eine Pferdemist-Kampfgas-Mischung. | |
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Rönsahl, das |
Die gurgelnden Hintergrundgeräusche in einem Fast-Food-Restaurant, verursacht von Leuten, die durch heftiges Strohhalmsaugen die letzten Milkshake-Tröpfchen aus ihren Bechern zu holen versuchen. | |
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Roetgen (V.) |
Erröten, weil man ganz genau weiß, daß derjenige, den man gerade belogen hat, einen sofort durchschaut hat, obwohl er einfach nur dasitzt und lächelnd nickt. | |
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Rornmerz, der |
(Fachbegrift aus dem Verlagswesen:) Ein belletristischer Stapelpeltitel. | |
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Romrod, der |
Eines der sechs bis acht halbgelesenen Bücher, die irgendwo im Bett herumflattern. | |
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Rosien (Adj,) |
Gleichzeitig feucht und verschrumelt wirkend. Beschreibt das trockennbstartige Aussehen von Handen und Füßen nach einem zu langen Badewannenaufunthalt. | |
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Rostock, der |
Gegenstand, den man zum Umrühren von Farbe benutzt hat und der nun nutzlos in irgendeiner Ecke des Geräteschuppens schlummert. | |
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Rottevalle, die (p1.) |
Mehrfach aufsteigender und wieder abflauender Brechreiz, der einen normalerweise bei der Entdeckung überkommt, daß aus einem der Plastikfächer Kühlschrankes eigenartige Dinge wachsen, und zwar auf einer soliden Grundlage aus → Rottweil. | |
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Rottweil, der |
Drei Wochen alter → Überhamm. | |
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Rübenach, der |
Jemand, der sich grundsätzlich auf seine rationalen Fahigkeiten und nie auf die Stimme seines Herzen hört. | |
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Rüdlingen, das |
Teil des traditionellen Paarungszeremoniells. Am ersten heißen Frühlingstag erheben sich alle männlichen U-Bahn-Fahrgäste und greifen nach den Halteschlaufen. Was für den unerfahrenen Betrachter nach Höflichkeit aussieht dient den Männchen tatsächlich nur dazu, durch die Zurschaustellung ihrer feuchten Unterarmflecken Paarungsbereitschaft zu signalisieren. | |
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Rühle, die |
Die angenehm kalte Rückseite des Kopfkissens. | |
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Rühme, die |
Der erste Absatz des Klappentextes im Schutzumschlag eines Buches, in dem berühmte Autoren mit all den Sklavendiensten prahlen, die sie in ihrer Jugend angeblich abgeleistet haben. | |
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Rümpel, das |
Sammelbegriff für alle scheinbar überflüssigen Dinge, deren Nutzen man unmittelbar nach dem Wegwerfen erkennt. Rümpel sind zum Beispiel die Pappkartons und Bindfadenreste, die man jahrelang im Gartenhäuschen auftürmt, bis man sich endlich beschließt aufzuräumen und das ganze Zeug zu verbrennen. Spätestens vierundzwanzig Stunden später wird man dringend ein großes Paket schnüren müssen und sich daran erinnern, daß man im Gartenhauschen zum Glück haufenweise Pappkart ... | |
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Rüppurr, das |
Ein Katzenrülpser. | |
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Rüspel, das |
Durch die Nase ausgestoßener, verächtlicher Laut. | |
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Rüsselsheim, das |
Die Extratasche an der Vorderseite gewisser Herrenslips | |
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Rüstorf, der |
(Veraltet:) Die unappetitlichen Bestandteile eines Burggrabens, die sich ein Ritter aus der Rüstung schütteln muß, nachdem er Opfer eines → Schloßvippachs geworden ist. Eine aus Rüstorf zubereitete Suppe gehörte im mittelalterlichen Flandern zu den mit Abstand am wenigsten gefragten Delikatessen. | |
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Rüttenen, das |
Das Geräusch, das man zu hören bekommt, wenn man über einen mit Spazierstöcken vollgestopften Schirmständer stolpert. | |
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Ruhpolding, das |
Etwas, das man eine Treppe herunterpoltern hört und das dann irritierenderweise keinen Laut mehr von sich gibt; also z. B. ein Fernseher, ein Blumentopf oder ein kleines, neugieriges Kind. | |
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Rumohr, der |
Jemand, der Ausländer anbrüllt, weil er glaubt, so verstünden sie ihn besser. | |