manchmal, wenn in diskussionen über randgruppen gesprochen wird und sich die teilnehmer sichtlich mühen politisch korrekte bezeichnungen für jene randgruppen zu finden – um dann noch im gleichen satz vorurteile und plattitüden breit zu walzen, dann breche ich gelegentlich mein zynisch amüsiertes schweigen. und dann lasse ich die wohlfeile gesellschaft auf den schrubber laufen, den sie sich gerade selbst vor die füße gelegt haben.
während die andern sich mühten, randgruppen mit euphemismen wie “die leute mit migrationshintergrund” zu verklausulieren, sage ich im gleichen tenor einfach “neger”.
jep. neger!
nicht weil ich rassist wäre. sondern weil ich es rassistisch finde, scheinbar akzeptable begriffe für die ausgrenzung von leuten zu finden die anders aussehen. auch wenn der ursprüngliche begriff von jemandem im schlechtem kontext benutzt wurde.
neger sind menschen mit dunkler haut. punkt.
wo sie geboren sind, welche sprache sie sprechen, wo sie leben, was sie essen, was sie arbeiten … ist völlig gleichgültig. sie sind menschen.
der kuttner hat dazu mal einen schnipsel aus adornos minima moralia zitiert, den ich dies bezüglich ziemlich passend finde:
Attestiert man dem Neger, er sei genau wie der Weiße, während er es doch nicht ist, so tut man ihm insgeheim schon wieder Unrecht an. Man demütigt ihn freundschaftlich durch einen Maßstab, hinter dem er unter dem Druck der Systeme notwendig zurückbleiben muß, und dem zu genügen überdies ein fragwürdiges Verdienst wäre.
und dann war da noch dieses lied von tongue forrest irgendwann ende der neunziger: and you got the fucking nerve to call me coloured
diesen standpunkt darf man gerne kontrovers diskutieren. das führt nur zu einem reflektieren umgang mit sprachlicher diskriminierung … und erreicht damit auf jeden fall ein erstrebenswertes ziel.